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“Erinnern Siebenundsiebzig”

Erinnern ohne Wiederholen 77
Resonanz findet im Innern statt, während das Echo -der Widerhall- ein Zurückprallen dessen ist, was aufprallt.
Alle Reize, die auf uns treffen, sind wie Echolot. Durch unsere Reaktionen darauf lässt sich das unsichtbare Koordinatensystem dessen erstellen, wie wir uns der Welt präsentieren. So sind wir eben.
Umgekehrt sind wir ständig am Ausloten, holen uns das, was man Feedback nennt. Bewusst oder unbewusst. Je unbewusster, desto größer der Anteil. Es gilt dasselbe Verhältnis, wie fast überall zwischen Symbol und dem, worauf es hinweist: Das Sichtbare ist nur die Spitze des Eisberges.
Was abläuft, entspricht einem Reiz-Reaktions-Mechanismus. Würden wir unsere Möglichkeiten intelligenter nutzen, könnten wir allen von Menschen erdachten kybernetischen Systemen den Rang ablaufen.
Gedanken, Meinungen, Urteile. Alles Echos, deren ursprünglicher Ton meist schon weit, sehr weit entfernt zurückliegt.
Resonanz, Gleichklang, Harmonie. Ich nehme das Signal auf und sehe es an, anstatt es nur zu spiegeln. Was der Spiegel zurückwirft, ist nur ein (Zerr-)Bild dessen, was auf ihn trifft. Der Klang der Resonanz entsteht aus Vereinigung.
Wenn wir -ausschließlich- zurückwerfen, was auf uns trifft, gestalten wir uns den Weg schwierig. Schattenfechten in einem Spiegelkabinett.
Hinter dem Spiegel sitzt der Kern, der aufnehmen und geben kann. Wie eine durch Rauch verhüllte Flamme, die den Weg um so besser erleuchtet, je reiner sie brennt. Sie ist schon immer da und sie hat auch schon immer gewirkt. Du erinnerst dich der klaren Töne in deinem Leben, wenn du dich darauf einlässt. Kannst du das?
Stück für Stück hat sich das geformt, was du geworden bist. Zum Teil durch das Wirken von Echolot und Spiegelung, mehr aber noch: Trotzdem. Zufriedensein heißt nicht, sich zurücklehnen und die Arme verschränken.
Zufriedensein heißt zu wissen, wer man ist und- was man aufgrund dessen kann. Tun kann oder lassen kann.

Erinnere dich der Grundlage, dein Leben zu meistern!

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Geschrieben von Christian am 3. September 2010 | Abgelegt unter Meditation | Keine Kommentare

TexTemPorE

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Es ist nicht meine Aufgabe, Knoten zu lösen, sondern Verbindungen zu zeigen.

“Nutzen und Gebrauch”

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Ihre Geschenke sind nicht verschwenderisch,
Sondern effizient.
Die Natur kennt das Maß.
Was sie gegeben hat,
Ist zum Nutzen und
Um es zu nutzen.

Verstand.
Wenn du ihn nur gebrauchst,
Entsteht immer wieder etwas,
Wovon du denkst, dass du es brauchst.
Wenn du ihn nutzt,
Erschaffst du Nutzen und etwas Nützliches.

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Geschrieben von Christian am 2. September 2010 | Abgelegt unter Literatur,Poesie | Keine Kommentare

“Entlang des Weges. Ist irgendwo ein Anfang”

Nur selten gibt es einen Countdown. Es geht los, wenn wir mitten drinstecken im Unterwegssein. Keiner zählt runter bis Null oder sagt: “Auf die Plätze, fertig- Startschuß!”
Erst während es weitergeht, bemerken wir, das da etwas anders ist. Etwas ist anders und da ist etwas Anderes. Als es vorher war, als das, was wir bisher kannten. Zu kennen glaubten.
Auch, wer bekennend nicht glaubt, glaubt. Dass er nicht glaubt. Es scheint, um dieses viel diskutierte Thema kommt niemand herum. Dieses Thema, von dem die Menschen immer glauben, es gibt zwei Seiten, zwei Einstellungen dazu: Es zu tun oder zu lassen.
Aber bleiben wir auf dem eingeschlagenen Weg. Dem Pfad, denn es ist erst eine Spur, der wir folgen. Ohne zu wissen, dass es so ist. Wir leben dem Trugschluss, die Schritte fügen sich einfach aneinander. Dass der Startschuß gefallen ist, überhören wir. Merken erst, dass wir uns im nächsten Rennen befinden, wenn wir uns umdrehen. Wie konnten wir es nur übersehen? Und doch passiert es immer wieder.
Wir fahren in den Urlaub, hüllen uns in das selbstgestrickte Gewand des Glaubens an den Zufall und merken irgendwann, dass wir des Kaisers neue Kleider tragen. Und dann ist unser Erstaunen bei weitem größer, als das Entsetzen derer, denen wir begegnen. Als würden sie uns nicht nur erwartet haben, sondern genauso nackt, wie wir daherkommen.
Wenn der Zufall seine Hüllen fallen lässt, stehen wir mit noch weniger da als nichts. Wir haben nicht einmal mehr des Kaisers neue Kleider.

Aber davon wusste ich nichts, als ich mich in dieser Nacht auf den Weg machte, den ich für das Abenteuer einer spannenden Abwechslung während meines Urlaubs hielt.
Wie hätte ich ahnen können, wen und was ich treffen würde, dort, am Wegesrand.

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Geschrieben von Christian am 1. September 2010 | Abgelegt unter Literatur,wegWeiser | Keine Kommentare

“Mit jedem Atemzug”

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Mit jedem Atemzug
Sich tiefer hinein senken.
In diesen Kuss. Diesen Einen.
Lippen können kein schöneres Wort formen,
Als dieses Schweigen.
Du vergisst, was du sagen wolltest,
Vergisst, was du gerade sagst.
Dieses Küssen und Geküsstwerden,
Ist das Eine-zu-sich-zurück-findende.
Wenn es dich erlöst von der Suche,
Vom Denken, vom Fragen, von der Angst-
Nicht zu finden.
Wenn es dir Erkennen schenkt
Und Erkanntwerden.
Durch diesen Kuss. Diesen Einen.
In den du immer tiefer sinkst.
Mit jedem Atemzug.

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Geschrieben von Christian am 31. August 2010 | Abgelegt unter Literatur,Poesie | Keine Kommentare

“Dünger unterm Misthaufen des Lebens”

Was wir als das Drehen der Welt empfinden, ist vielleicht nur die Übersetzung eines Phänomens in die Sprache unserer Sinne : In Wahrheit stülpt sich das Leben in ständigem Wechsel von Innen nach Außen nach Innen und wieder vor und zurück. Eine fließende Bewegung, ein Kreislauf eben, wenn man so will, aber kein Drehen nur um eine Achse mit festen Polen. Denn die Achse ist selber in Fortbewegung. Einer Spirale gleich krempelt sich das Leben um und um.
Erwartungen sind Stolpersteine, die wir uns selber in den Weg legen. Oft halten sie uns davon ab, zu weit in die Irre zu gehen. Wie haben verlernt, uns auf das Wesentliche, das dem Wesen eigene zu beschränken, weil wir alles, was nicht das Potenzial zum Ausufern hat, schon als Einschränkung verstehen. Bescheidenheit gilt nicht mehr als soziale Kompetenz, oder Tugend, wie man altmodisch sagen könnte, sondern als Dummheit.
Doch immer wieder scheint es da geheimnisvolle Mechanismen zu geben, die das Eine oder Andere regeln. Auch wenn uns nicht klar ist, wie das vonstatten geht. Aber dass uns der Überblick fehlt, weil wir ihn gar nicht haben können, und das dieses Fehlen eher Geschenk ist als Mangel, das können wir uns erstrecht nicht eingestehen. Der Mensch von heute hat alles im Griff!
Und was, wenn das Leben einmal etwas andersherum regelt? Da eingreift, wo die Hoffnung endet und zeigt: Es geht weiter. Wir mögen die Schulter zucken und denken: Gibt’s nicht!
Dem Leben ist es aber egal, was wir von seiner Wahrheit halten. Sie wird nicht weniger durch unseren Unglauben. Sie ist eben. Und sie geschieht. Manchmal offenbart er sich, der:

Dünger unterm Misthaufen des Lebens.
(Podcast neu eingesprochen!)

(erstveröffentlicht auf goodnewstoday am 04.07.2010)

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Geschrieben von Christian am 30. August 2010 | Abgelegt unter Literatur,Story,Wörtlichkeit | Keine Kommentare

“Zu Fliegen im Widerspruch”

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Wie willst du ohne Flügel fliegen?
Die Gegensätze treiben dich voran.
Links ein halbes Paar,
Die andere Hälfte rechts.
Im Gegensatz stehen sie gegenüber,
Zusammen sind sie Eines.
Den linken Flügel bewegen, ohne den rechten,
Dreht dich im Kreis.
Jetzt den rechten nur allein,
Dreht dich ein Stück zurück.
Was dich hinaufträgt und davon,
Ist, das Maß zu halten
Im Widerspruch zwischen
Abstoßen und Anziehung.

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Geschrieben von Christian am 29. August 2010 | Abgelegt unter Literatur,Poesie | Keine Kommentare

“Erinnern Sechsundsiebzig”

Erinnern ohne Wiederholen 76
Energie folgt der Aufmerksamkeit. Worauf richtest du deinen Blick?
Die ersten Treppenstufen erscheinen breit, sind nicht Schritt für Schritt jeweils eine zu nehmen. Es geht immer voran, aber nur verhalten aufwärts. Von einer Ebene zur nächsten muss man die Füße mehrmals einen vor den anderen setzen. Manchmal folgt es dann wie ein Sprung. Verwirrtes Stolpern, stolpernde Verwirrung. Verwunderung, den Weg zu bezwingen scheint dir wichtiger, als ihn zu genießen.
Konzentration? Auf einen Punkt fixiert sein, engt das Wahrnehmen ein auf den Umfang eines lediglich punktgroßen Spots.
Wer Weg und Ziel verwechselt, hält Stillstand für Erfolg, bemerkt unter Umständen aber nicht, wenn er angekommen ist.
Im Leben gibt es immer nur Etappenziele. “Geschafft!” ist eine Illusion, Ausdruck einer sehnsüchtigen Hoffnung.
Wer oder was ist da unterwegs? Das Wort, pathologisch seziert: unter-wegs.
Wir benutzen es öfter, als dass wir sagen, wir sind auf dem Weg. Diffuse Unbestimmtheit im Gegensatz zum bewussten Pfad auf das Ziel zu.
Woher wollen wir wissen, wohin wir gehen, wenn wir nicht wissen, was uns treibt?
In der Nacht jagen uns Träume, deren Bilder wir im Wachsein nie gesehen haben, nie sehen werden. Tagsüber drehen wir unsere Träume durch den Fleischwolf eines ungebremmsten Erlebnishungers.
Der “verborgen” Reisende ist nicht erlebnissüchtig. Er möchte auf dem Weg sein. Die Treppe weiter hinauf. Es wird leichter werden. Und wieder schwerer. Leben eben.
Ist der letzte Absatz der Treppe erreicht, führen nur die schmalen Sprossen einer Leiter weiter hinauf. Wind singt hohl im Dachstuhl des Turms. Es riecht nach dem verwitterten Gebälk uralter Andacht. Auf einmal bist du den Wolken näher, alle Wetterunbilden, mit denen sie schwanger sind, können dich unmittelbar treffen. Doch für den Geduldigen reißt irgendwann der schwangere Wolkenbauch auf und gebiert Sonne und Licht.
Unterwegs sein ist keine Kunst. Es geschieht eben, jeden Tag nach dem Erwachen geht es los. Wir machen nicht, sondern lassen machen. Auf dem Weg sein erfordert den Enthusiasmus des Ungewissen. Es erfordert Mut, der, wenn er nicht nur getarnter Leichtsinn ist, die Angst als kleine Schwester hat.
Mit dem Wiederholen des Alltäglichen glauben wir, uns das Geschenk der Sicherheit zu machen. Ein Trojanisches Pferd, dieses Geschenk.
Der Reisende im Innern vermittelt uns vielleicht eine Ahnung vom rechten Pfad. Die Aufmerksamkeit in diese Richtung zu lenken, lässt die Energie möglicherweise auf das eigentliche Ziel zuströmen. Wer weiss das schon? Der, der sich erinnert?

Erinnere dich, was in dir wahrzunehmen, aber nicht sichtbar ist!

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Geschrieben von Christian am 28. August 2010 | Abgelegt unter Meditation | Keine Kommentare

“Knusper? Flocken!”

* Mit Wohlfühlinfektionen steckt man sich durch Lächeln an.

* Für den knurrenden Magen brichst du das Brot. Um die hungernde Seele nicht mehr zu hören, brichst du die Verbindung und ersetzt sie durch deine Süchte.

* Die Augen zu schließen, eröffnet dir eine andere Sicht auf die Dinge.

*Wenn die Bedeutung einer Sache so schwer wiegt, dass die Erkenntnis dich federleicht davonschweben läßt, lösen sich die Stränge des Paradoxons, das dich am Boden hielt auf. Und werden zu den Federn deiner unsichtbaren Flügel.

* Die Fenster einer schönen Fassade schauen dennoch blind, wenn drinnen kein Licht scheint.
Geh du nur weiter zum Stylisten und in die Boutique. Ich lerne Glücklichsein.

* Wenn du ehrlich schweigst, kannst du dir vielleicht deine Geheimnisse ablauschen.

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Geschrieben von Christian am 28. August 2010 | Abgelegt unter Literatur,Weis(s)heit,Wörtlichkeit | Keine Kommentare

“Ein Dutzend Mal Gezwitschertes”

Manchmal hat es den Anschein, es würde nichts Nutzbares übrig bleiben, wenn man die Spreu vom Weizen trennt. Beim Durchsehen alter Tweets.
Twitter polarisiert. Immer noch, immer wieder, immer mehr oder weniger. Auf vielerlei Ebenen. Ohne Pole keine Spannung. Ohne die- keine Bewegung. Und das ist etwas, was man Twitter bei allen kontroversen Möglichkeiten von Betrachtung und Beurteilung zugestehen muss: Es gibt keinen Stillstand. Außer der Wal erzwingt ihn. Das ist jetzt Insiderwissen. Aber hey, Twitter ist keine verschworene Gemeinschaft, kein Geheimbund. Wer mehr wissen will, schau doch einfach rein!
Bei meiner Ernte habe ich mal getrennt. Eben Spreu von Weizen. Wer jetzt was für was halten möchte, bleibt jedem selber überlassen. Feel free to feel free! Für mich ist es der Weizen, der übrig geblieben ist. Was ich für die Spreu hielt, werdet ihr nicht erfahren. Es ist im digitalen Mülleimer gelandet und wird dem Hunger der Killerbites preisgegeben.

Hier nun die Teile, die das Dutzend dieser Rückschausammlung kommplett machen.

Und hier die vorhergehenden Essenzen der Schnelligkeit, also I-XI.

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Geschrieben von Christian am 27. August 2010 | Abgelegt unter (Un)Sinniges,Wörtlichkeit | Keine Kommentare

“Spiegelwelt”

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Manchmal ist, was schwerfällt,
Der nächste Schritt. Zur Wahrheit.
Wo wir uns integriert haben,
Verschwinden wir in der Masse.
Wer erkennt den Tropfen noch,
Der mitten im Bach abwärts eilt?

Wo du stolperst, zwingt es dich,
Genauer hinzusehen.
Was liegt dir im Weg?
Wo du steckenbleibst, komm zur Besinnung.
Wo du ausrutschst, ruhe dich aus.
Aus Schritten werden Wege, nicht aus Sprüngen.

Die Welt- Ein Spiegel ringsherum.
Du- Ein Spiegel in der Welt.
Worauf es ankommt ist,
Die Brennpunkte in Einklang bringen.
Fang das Licht ein und gib zurück.
Wellen laufen hin und her und auf und ab.

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Geschrieben von Christian am 26. August 2010 | Abgelegt unter Literatur,Poesie | Keine Kommentare

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