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Tauschgeschäft des Lebens

Beim Tauschgeschäft des Lebens geht es nicht zu wie an der Börse. Nicht einmal wie in einem normalen Einzelhandelsladen. Es geht nicht um Preise, die schon lange nichts mehr mit dem Wert von Waren zu tun haben und der Arbeit, die von ihnen repräsentiert wird. Die Dinge sind heute selten mit angemessenen Forderungen ausgepreist, dafür zunehmend unter- oder überzeichnet.

Beim Spiel, das wir das Leben nennen, funktioniert das nicht. Nichts lässt sich stauen, zurückhalten, werbewirksam auf den Markt werfen. Wir lassen zwar permanent unseren Verstand manipulieren, mit dem Leben funktioniert das aber nicht. Wenn es das versuchte, brächte es sich selber um.

Leben ist Austausch. Ist wie Luftholen. Wie Blutfluss von und zum Herzen. Aus. Ein.
Eine Hand, die immer nur nimmt, wird am Ende nichts mehr bekommen, ebenso wie eine, die immer nur gibt, irgendwann verkümmert.

Das Spiel des Lebens ist Austausch, und einmal mehr sehen wir, dass es nicht um Entweder-Oder geht, sondern um Sowohl-Als-Auch.

Begeisterung

Der Herzweg zur Meditation aus dem Sbol ist heute Ar-Rafi`, “der Erheber”.

Wenn du zu diesem Weg geführt wirst, dann nimm mit dem Teil deines Seins Kontakt auf, der am liebsten vor Freude springen würde, der sich geehrt und erhoben fühlt.

>>Vielleicht gibt das Leben dir gerade Gelegenheit, dich erfrischt, erlöst, erhoben und begeistert zu fühlen. Wie beim vorherigen Weg, Khafid, könnte sich dies schon morgen ändern. Genieße es, aber halte nicht daran fest. Die ausgewachsene Pflanze wirft ihre Blätter ab und kehrt zur Erde zurück, wenn es Zeit ist.<<

Intimleben im Radio

Ich bin der Überzeugung, dass es kaum jemanden gibt, dessen Intimleben die Welt nicht in Staunen und Horror versetzte, wenn es übers Radio gesendet werden würde.

William Somerset Maugham

Französischangebot mitten auf der Straße

Wir haben es ruhig angehen lassen, nachdem mich die attraktive junge Frau am Nachmittag auf der Straße angesprochen hatte.
“Mögen Sie französische Küche?” fragte sie lächelnd und lud mich mit einem Wink näher an den Eingang des frisch renovierten und vor vier Wochen neu eröffneten Restaurants ein.
Ein Treffen zum näheren Kennenlernen haben wir verschoben, da ich anderweitig unterwegs war. Ich nahm nur artig eine der angebotenen Visitenkarten mit, erzählte Abends einem Freund davon und knapp vierundzwanzig Stunden später war es dann soweit.
Das La Provence liegt in der City von Leipzig, Kleine Fleischergasse 6, in guter Gesellschaft, gleich in der Nähe der Kneipenmeile Barfußgäßchen und zwischen so angesagten Lokalitäten wie Zum Arabischen Coffeebaum und Kartoffelhaus Nr.1, genau an der Stelle, an der sich früher der Spatz befand. Jedem, der LE auch nur ein wenig kennt, sollte nun klar sein, wo er künftig sehr gepflegt, dafür aber bezahlbar, seinen Gaumen á la Provence verwöhnen lassen kann.
Wir ließen uns von dem jungen Herrn, der an dem Abend “Türdienst” hatte, überreden, einen Blick ins Innere zu werfen, und spätestens die gemütliche Atmosphäre hat uns überzeugt, zu bleiben.

Der Weihnachtsmarkt ist in diesen Tagen zwar noch nicht winterlich, wir hatten aber unseren “Antrittspunsch” getrunken, und der Abend war kühl. Umso angenehmer die Atmosphäre im Restaurant, man fühlt sich wirklich in die Provence versetzt. (War zwar noch nicht live vor Ort, aber hey, wer schreibt hat Phantasie. Oder er schreibt nicht.)
Die Wände in warmen Pastelltönen, gemütliche Bänke, Stühle und Tische in einem Altkirschbaumton, der an reifen Cognac erinnert. Eine Ecke zum bequemen Lümmeln mit frühlingsbunten Kissen, und genau da haben wir uns hingesetzt. Ein abschließender Rundblick: Ja, hier passt alles, alles fein aufeinander abgestimmt, hier kann man sich wohlfühlen.

Das Personal war freundlich, was es servierte hielt, was das Angebot in der Karte versprochen hatte. Lecker, ausreichend, mit pfiffiger Note. Und die Preise sind für das, was man bekommt, auch in Ordnung.
Mein absoluter Geheimtipp: Die Oliven, die es nach der Speisenbestellung vorweg gibt. Auf Nachfrage verriet mir die nette Kellnerin, dass sie nach eigenem Rezept vor Ort selber eingelegt werden. Und sie kommen mit einer kleinen Salamipraline, einem frischen, butterähnlichen Aufstrich und herrlich knusprigem Baguette.

Fazit: Von der sympathischen Ansprache vor der Tür bis zur Verabschiedung mit der Frage nach der Zufriedenheit des Gastes, hat alles gepasst. Dazwischen gab es ein paar Scherze, das Verkosten verschiedener Weine, bis der rechte gefunden war, eine leckere Mahlzeit, bei deren Zusammenstellung das Personal behilflich war und im Hintergrund angenehme, zur Atmosphäre passende Musik.

Dass am Ende die Technik streikte und nicht damit klar kam, dass sie die Rechnung splitten musste, macht da kaum die Hälfte. Wir sind uns einig, dass wir wiederkommen.

Macht weiter so im La Provence!

Minderung

Der Herzweg zur Meditation aus dem Sbol ist heute Al-Khafid, “der Erniedriger”.

Wenn du zu diesem Weg geführt wirst, dann ehre den Teil deines Wesens, der sich vielleicht klein, unreif, bedrückt oder herabgesetzt fühlt.

Sprechen lernen

Man braucht zwei Jahre um sprechen zu lernen und fünfzig, um schweigen zu lernen.

Ernest Hemingway

Grenzen erweitern

Der Herzweg zur Meditation aus dem Sbol ist heute Al-Basit, “Ausdehner”.

Wenn du zu diesem Weg geführt wirst, ergreife die Gelegenheit, Allah ganz sanft deine Grenzen erweitern zu lassen- die körperlichen, geistigen, emotionalen und psychischen.

Worte von Shabistari:
“Ich und “du” bündeln Licht
wie ein Lochmuster, das man
in einen Lampenschirm schneidet.
Aber es gibt nur ein Licht
.

“Ich” und “du” werfen einen
dünnen Schleier zwischen Himmel und Erde.
Hebe den Schleier und alle
Glaubenslehren verschwinden
.

Wenn “ich” und “du” verschwinden
wie kann ich wissen, ob ich
in einer Moschee bin, einer Synagoge,
einer Kirche oder einem Observatorium
?
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Schweigender Narr

Besser schweigen und als Narr scheinen, als sprechen und jeden Zweifel beseitigen.

Abraham Lincoln

Herzflügelschlag

Herzflügelschläge im Blut:
Ich nehme dich auf,
Ich lasse dich frei.
Das Leben ist nicht Festhalten,
Sondern Zueinanderfinden.

Grenzen setzen

Der Herzweg zur Meditation aus dem Sbol ist heute Al-Qabid, “Beherrscher”.

Wenn du zu diesem Weg geführt wirst, hast du Gelegenheit, dich selbst besser zu erkennen, indem du Grenzen deines Wesens schließt, die vielleicht zu weit geöffnet wurden.

Worte von Inayat Khan:
Alles, was existiert, hat sein Gegenteil, außer Gott; aus diesem Grund kann Gott nicht verständlich gemacht werden.
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