Home › Daily Archives › 17/11/2009

Skizzierte Existenz

Was das Leben mit seiner Existenz anzudeuten versucht, wer weiß das schon zu sagen?
Leben ist zweifelhaftes Sein. Manchmal komme ich mir lediglich vor wie eine Andeutung auf der Leinwand, die der Urgrund zu sein scheint von allem, was ist. Zu sein scheint, weil sie nur gefühlt erfahrbar ist.
Sind wir nicht alle nur Skizzen?
Skizzierte Existenz, Milieustudie von Möglichkeiten.
Uns verfolgt der Federstrich unserer Trugschlüsse, aber worüber täuschen wir uns, wenn es von vornherein weder richtig noch falsch gibt? Erst im Bewerten und Verurteilen erschaffen wir den Zweifel. Vorausschauendes Infragestellen ist etwas anderes. Es ist der Ausdruck mangelnden Vertrauens. Nicht ins Leben oder ins Sein, nicht in den Entwurf. Wir vertrauen uns selber nicht. Weil andere glauben, das Recht zu haben, über uns urteilen zu dürfen, glauben auch wir an unsere Selbst(ent)täuschung.
Wer hört, den erreichen die Klänge. Wer zuhört, vernimmt Worte und einen Sinn, der -vielleicht- darin verborgen ist. Wer lauscht, erfährt das Geheimnis.

Bewusstes Vergnügen

Wenn ich nichts mehr zu sagen habe, bleibt mir immer noch das Vergnügen, bewusst zu schweigen. :-|

Schnitzen und Formen

Der Herzweg zur Meditation aus dem Sbol für heute ist Al-Khaliq, “Schöpfer”.

Wenn du zu diesem Weg geführt wirst, ergreife die Gelegenheit, die Hände des Heiligen Einen als deine eigenen Hände wahrzunehmen, die ein neues Leben formen und es schöpferisch gestalten.

Provokatives Interesse

Wer interessieren will, muß provozieren.

Salvador Dali

Lebensentwirren

06:45h
Neumond. Morgendelirium.
Spagatgespreiztes Gedankenturnen zwischen Denkblöcken. Inhalt oder Form, wir verstricken uns in Alternativnetzen, versuchen herauszufinden, ob an einem Netz das Wesentliche die Fäden sind, die Knoten oder die Maschen.
Ist im Netz der Nacht der Schlaf die Form, die Träume der Inhalt? Und was ist das Wesentliche, was ist das Wesen der Nacht?
Das Wesen einer Sache  ist nicht das, was hausieren geht mit sich selber, sondern das, was in sich ruht. Sowohl Form als Inhalt sind Ausdruck des Wesentlichen.
Wir aber sind nicht umfassend, sondern ausschließend. Wir selektieren, reduzieren in immer weitere Kleinlichkeiten, streben ein Minimum an, weil wir nicht an ein Optimum glauben.

Wenn ich im Netz der Nacht durch die Maschen der Träume falle, fängt der Schlaf mich auf. Nacht ist Abschied vom Tag. Und umgekehrt. In der Rückschau zieht sich das Herz zusammen bei der Erkenntnis, was wir bereits erreicht hatten. Und nicht festhalten konnten. Wie brauchen leere Hände, um anzunehmen, was in den Netzen des Lebens darauf wartet, von uns entwirrt zu werden.

Hallo Welt, guten Morgen Deutschland!