Home › Daily Archives › 21/11/2009

Wetterfroschwortschatz

Hatten die Wetterfrösche nicht anderes versprochen, das Gute, das von oben kommt, nämlich kiepenweise Sonne, Licht, Wärme, Wohlfühlen? Der Himmel über dem Hof ist nicht eben finster, aber verhangen. Ja, es liegt wohl in der Natur der Sache, ein Frosch erzählt meistens Quark!
Wundern will ich mich darüber nicht, hat doch dieses Wort für mich mit dem Begriff des Wunders zu tun, des Wunderbaren. Verblüffung trifft es eher.
Je ausgefeilter die auf einer ach so verifizierbaren Wissenschaft beruhende Vorhersagerei wird, desto weniger kann man ihr Glauben schenken. Spätestens ab dem Moment, wo der Zeitpunkt des Vorhergesagten seine eigene Deadline erreicht und passiert, äh, natürlich nicht passiert, was angekündigt war.
Sich für mehrere Tage im Voraus im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Fenster zu lehnen, halte ich ohnehin für fragwürdig. Wetter und Klima sind so komplexe Systeme, dass der Versuch einer nicht auf Erfahrung und Wahrscheinlichkeit beruhenden Vermutung [anstatt Prognose] allein wegen all der Einflussgrößen, die man weder kennt noch berücksichtigen kann, zwangsläufig in vielen Fällen scheitern muss. Das zeigt schon der Umstand, dass es nicht einmal für ein paar Stunden reicht mit den entsprechenden Ankündigungen.

So what! Lass reden:
Mit dem Wetter ist es wie mit allem im Leben. Es ist, was man daraus macht.

Spannung und Schmerz verbrennen

Der Herzweg zur Meditation aus dem Sbol ist heute Al-Ghaffar, “Vergeber”.

Wenn du zu diesem Weg geführt wirst, gib alle Einschränkung oder Behinderung, die du in dir selbst oder anderen spürst, in die Glut und das Feuer der Einheit ab.

Worte von Auliya
Wenn dir jemand einen Dorn in den Weg legt und du legst ihm einen Dorn in den Weg, dann liegen bald überall Dornen herum.
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Im Bett mit dem Dichter

Das Lesen im Bett zeugt von völliger Hingabe an die Kunst: Man überlässt es dem Dichter, wann man einschläft.

Ernst R. Hauschka

Besuch beim Brotmodel

Wie ein kleines Kind sich mit den Fäustchen die Augen reibt, beginnt der Tag. Verstohlen, verschmitzt. Das ruhige Auf und Ab der Nacht, das mich durch die Träme geschaukelt hat, wird abgelöst von einem ersten, tiefen Atemzug. Die Welt riecht wie neu, und am offenen Fenster bleibt ein Geschmack auf der Zunge zurück, der dazu einlädt, den vor mir liegenden Tag zu genießen.
Das Mädchen hinter dem Bäckerstand ist munter und hätte die Schminke im Gesicht nicht nötig. Sie könnte Model sein für ihren Laden, aber irgendwie klingt das blöd. Brotmodel. Also freue ich mich einfach nur über ihr Lächeln, und wie sie mir mein Frühstück einpackt, nehme ihren Wunsch für ein schönes Wochenende mit durch die Glastür und gehe die paar Schritte bis zu meiner Wohnung zurück durch die stillen Straßen.
Übermorgen beginnt der Weihnachtsmarkt. Der Kunstschnee, den vor zwei Tagen Handwerker auf die dunklen Holzdächer der Buden getackert haben, könnte nicht unpassender sein. Schon jetzt hat dieser Morgen Temperaturen im zweistelligen Bereich. Klimakatastrophe?
Das erste, das wir ändern müssen, ist das Klima in unseren Köpfen. Vielleicht ist es auch das Einzige, auf das wir Einfluss haben?
Der Kopf funktioniert aber auch nur mit einem zufriedenen Bauch. Darum gibt es jetzt erst einmal Frühstück, feine, dunkel duftende Brötchen, die mir V. eingepackt hat. (Habe auf ihr Namenschild geluchst…)
Und für alle, die sich noch nicht aus dem Schlaf gegähnt haben, sage ich (noch) leise:

Hallo Welt, guten Morgen Deutschland!