Home › Daily Archives › 29/11/2009

Französischangebot mitten auf der Straße

Wir haben es ruhig angehen lassen, nachdem mich die attraktive junge Frau am Nachmittag auf der Straße angesprochen hatte.
“Mögen Sie französische Küche?” fragte sie lächelnd und lud mich mit einem Wink näher an den Eingang des frisch renovierten und vor vier Wochen neu eröffneten Restaurants ein.
Ein Treffen zum näheren Kennenlernen haben wir verschoben, da ich anderweitig unterwegs war. Ich nahm nur artig eine der angebotenen Visitenkarten mit, erzählte Abends einem Freund davon und knapp vierundzwanzig Stunden später war es dann soweit.
Das La Provence liegt in der City von Leipzig, Kleine Fleischergasse 6, in guter Gesellschaft, gleich in der Nähe der Kneipenmeile Barfußgäßchen und zwischen so angesagten Lokalitäten wie Zum Arabischen Coffeebaum und Kartoffelhaus Nr.1, genau an der Stelle, an der sich früher der Spatz befand. Jedem, der LE auch nur ein wenig kennt, sollte nun klar sein, wo er künftig sehr gepflegt, dafür aber bezahlbar, seinen Gaumen á la Provence verwöhnen lassen kann.
Wir ließen uns von dem jungen Herrn, der an dem Abend “Türdienst” hatte, überreden, einen Blick ins Innere zu werfen, und spätestens die gemütliche Atmosphäre hat uns überzeugt, zu bleiben.

Der Weihnachtsmarkt ist in diesen Tagen zwar noch nicht winterlich, wir hatten aber unseren “Antrittspunsch” getrunken, und der Abend war kühl. Umso angenehmer die Atmosphäre im Restaurant, man fühlt sich wirklich in die Provence versetzt. (War zwar noch nicht live vor Ort, aber hey, wer schreibt hat Phantasie. Oder er schreibt nicht.)
Die Wände in warmen Pastelltönen, gemütliche Bänke, Stühle und Tische in einem Altkirschbaumton, der an reifen Cognac erinnert. Eine Ecke zum bequemen Lümmeln mit frühlingsbunten Kissen, und genau da haben wir uns hingesetzt. Ein abschließender Rundblick: Ja, hier passt alles, alles fein aufeinander abgestimmt, hier kann man sich wohlfühlen.

Das Personal war freundlich, was es servierte hielt, was das Angebot in der Karte versprochen hatte. Lecker, ausreichend, mit pfiffiger Note. Und die Preise sind für das, was man bekommt, auch in Ordnung.
Mein absoluter Geheimtipp: Die Oliven, die es nach der Speisenbestellung vorweg gibt. Auf Nachfrage verriet mir die nette Kellnerin, dass sie nach eigenem Rezept vor Ort selber eingelegt werden. Und sie kommen mit einer kleinen Salamipraline, einem frischen, butterähnlichen Aufstrich und herrlich knusprigem Baguette.

Fazit: Von der sympathischen Ansprache vor der Tür bis zur Verabschiedung mit der Frage nach der Zufriedenheit des Gastes, hat alles gepasst. Dazwischen gab es ein paar Scherze, das Verkosten verschiedener Weine, bis der rechte gefunden war, eine leckere Mahlzeit, bei deren Zusammenstellung das Personal behilflich war und im Hintergrund angenehme, zur Atmosphäre passende Musik.

Dass am Ende die Technik streikte und nicht damit klar kam, dass sie die Rechnung splitten musste, macht da kaum die Hälfte. Wir sind uns einig, dass wir wiederkommen.

Macht weiter so im La Provence!

Minderung

Der Herzweg zur Meditation aus dem Sbol ist heute Al-Khafid, “der Erniedriger”.

Wenn du zu diesem Weg geführt wirst, dann ehre den Teil deines Wesens, der sich vielleicht klein, unreif, bedrückt oder herabgesetzt fühlt.

Sprechen lernen

Man braucht zwei Jahre um sprechen zu lernen und fünfzig, um schweigen zu lernen.

Ernest Hemingway