Home › Monthly Archives › November 2009

Kurz und Churchill

Die alten Wörter sind die besten und die kurzen die allerbesten.

Winston Churchill

Namen und Formen verstehen

Der Herzweg zur Meditation aus dem Sbol ist heute Al-`Alim, “allwissend”.

Wenn du zu diesem Weg geführt wirst, hast du die Gelegenheit, die Tiefe der Einheit dein Lernen und Wissen durchdringen zu lassen.

Ein Derwisch kam in eine neue Stadt und wurde von einer unfreundlichen und hochnäsigen Person angesprochen:
“Geh weg! Hier kennt dich keiner!”
“Ja”, sagte der Derwisch, “aber ich kenne mich, und es wäre schlimmer, wenn es umgekehrt wäre.

Nach Fariduddin Attar, 12. Jahrhundert.

Verlogenes Vertrauen

Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.

Henry Louis Mencken

Reaktionen?

05:50Uhr
Bloggs lesen kann jeder, dazu sind sie da. Sie stehen für jeden sicht- und erreichbar im Web, und wenn sie Beachtung finden, ist es um so schöner. In meinem Fall heißt das, bloggspecht freut sich und klopft drei Mal auf das Holz, in das er seine Bemerkwürdigkeiten des Lebens mit dem Schnabel drückt.
Dabei weiß man nicht einmal, wer alles so vorbeikommt an der selbst eingerichteten Höhle 2.0, wenn er keine Nachricht hinterlässt. Das geschieht bei mir in ganz seltenen Fällen, trotzdem ist anzunehmen, dass ein paar Leute zur Kenntnis nehmen, was ich zu sagen habe.
Dass die Nachrichtensammler und -verteiler von n-tv dazu gehören, kann ich mir allerdings kaum vorstellen. Warum? Weil es sicher Gewichtigers gibt, auf das sie ihr Augenmerk richten. Ohne zu wissen, wie sie wirklich funktionieren, stelle ich mir das jedenfalls so vor. Und doch…
Der erste Beitrag auf der Seite Das Neueste bei n-tv stammt aus dem Bereich Panorama, behandelt passend zu Jahreszeit das Thema Nussknacker, den Nährwert von Nüssen und andere Überlegungen zu der Frucht mit der harten Schale, und enthält zum Abschluss sogar noch ein leckeres Rezept für einen Walnuss-Gugelhupf; und stammt von- 02.00Uhr heute Morgen.

Da ich vor nicht einmal 24h über das Phänomen der Nachrichtenflaute, die mit ihrer Konsequenz nichts mit der tatsächlichen Ereignismenge in der Welt zu tun hat, da Ereignis immer und überall ist, da ich nun gestern an dieser Stelle gerade darüber fabuliert habe, wie mich jeden Morgen die scheinbar große Leere jeden Morgen empfängt, finde ich es zumindest kurios, dass jetzt dieser Artikel um diese Uhrzeit aufgetaucht ist.

Mir die Eitelkeit zu gönnen, dass das eine Reaktion auf meinen im Bloggrauschen dieser Zeit verklingenden Beitrag ist, das gestattete ich mir dann aber doch nicht.

Hallo Welt, guten Morgen Deutschland!

Sich dem Atem der Einheit öffnen

Der Herzweg zur Meditation aus dem Sbol ist heute Al-Fattah, “Öffner der Wahrheit”.

Wenn du zu diesem Weg geführt wirst, nimm die Gelegenheit wahr zu erleben, wie die Heilige Einheit dich für dein Schicksal öffnet.

Worte von Rumi:
Wenn du Angst haben willst, fürchte dich lieber vor dem Sein, das du jetzt hast.

Die Kraft der Niederlage

Genau die Kraft, die gefehlt hat, um einen Sieg zu erringen braucht man, um eine Niederlage zu verkraften.

Ernst R. Hauschka

Die Sache mit der Aktualität

Wenn man sich um kurz vor 6Uhr an einem Mittwochmorgen in die Newsline von n-tv reinklickt, ist das Neueste dort bereits mehr als sechs Stunden alt, also noch vom Vortag. Die letzten Meldungen nach 21:48Uhr sind ohnehin nur für Interessenten zweier bestimmter Themen: Finanzen und Sport.
derNewsticker.de präsentiert um 05:00Uhr zumindest schon einmal das Wetter, während auf der aktuellen Seite bei Spiegel Online mit einem finsteren Foto vor einem Klimawandel gewarnt wird, der sich viel rasanter ereignen wird, als bisher angenommen. [Merke: In diesem Medium war vor Wochenfrist ein Beitrag, der darüber berichtete, dass in den vergangenen zehn Jahren die Durchschnittstemperatur weltweit nicht mehr angestiegen ist...] Klickt man auf die Headline zu diesem Artikel, erfährt man, dass auch der bereits gestern verfasst oder zumindest online gestellt wurde.
Wie neu (oder alt) die Nachrichten auf meiner Googlestartseite sind, würde ich sicherlich herausbekommen, wenn ich mich durch die Links arbeite. Dazu habe ich aber jetzt bereits keine Lust mehr.

Es scheint, dass der deutsche Begriff für die Medien hier treffender ist als der englische. Die News sind nicht wirklich neu; es sind eher Nachrichten- Darin steckt eben der Hinweis, dass es danach berichtet wird. Zeitlicher Abstand zum Geschehen ist relativ.
Betrachtet man sich die Medienwelt, die populäre, gängige, die mit großem Verbreitungsanteil, scheint aber in der Zeit, in der wir schlafen, nicht gerade viel zu passieren auf der Welt. Und ich dachte immer, durch die Drehung der Erde ist immer irgendwo Highnoon…

Die Menschen, die mit diesen Nachrichten versorgt werden sollen, sind hingegen nicht so verschlafen, wie die Nachrichtenmacher wohl vermuten. Schaut man sich bei Twitter um, ist da auch in den dunklen Stunden der Nacht Bewegung. Die Einen gehen erst gegen Morgen zu Bett, wenn die Anderen bereits wieder aufgestanden sind. Und es gibt schon zu berichten:
Über Einschränkungen im ÖNV, die letzten Hypes des vergangenen Tages und der Nacht, und gerade wird bei news_de die Frage aufgeworfen, wie geht es weiter in Afghanistan. Nebenbei, die Timeline bei n-tv steht um 06:18Uhr immer noch auf 23:49Uhr von gestern.

In den letzten Tagen wurde viel über Twitter geunkt. Rückläufige Nutzerzahlen, hat es sich ausgezwitschert?, etc. Mhm. Ich selber habe das Medium für mich erst vor ungefähr einem Monat entdeckt, und ich kenne viele Leute, die immer noch nicht damit vertraut sind, was diese Gemeinde von 140 Zeichen kurzen Nachrichten verbreitender Netzjunkies eigentlich ist.
Und man sollte eines tun: Nicht nur die Schlagzeilen ansehen, sondern die Artikel lesen. Wenn die komplett sind, erfährt man daraus nämlich, wie die Zählung der Nutzer des Vögeldienstes zustand kam. Gezählt werden nur die Zugriffe übers Web, nicht die Nutzer, die über externe Anwendungen und Smartphones auf das Medium zugreifen. Und diese Gruppe ist so rasant am Wachsen, wie nie vorher…

Hallo Welt, guten Morgen Deutschland.

Der doppelte Til

Verständlich, wer bei diesem Titel an Til Schweiger denkt. Und das heißt, knapp eine Woche vor dem Kinostart, natürlich auch “Zweiohrküken“, der Nachfolger von “Keinohrhasen“. Die Assoziation zu Ersterem ist okay und in diesem Artikel gewollt; zum Zweiten will ich hier (vielleicht noch) nichts sagen.
Til ist mir auf eine andere Weise in den letzten Tagen aufgefallen. Zunächst war da der schon vier Jahre alte Film “Barfuss“. Der Titel sagte mir überhaupt nichts, und wenn ich darüber nachdenke, wie ich darauf gestoßen bin, kann ich es nicht einmal mehr sagen. Es ist auch nicht wichtig. Irgendwann habe ich beschlossen, so oft wie möglich den Zeichen zu folgen, wenn ich sie sehe. Seit einiger Zeit gehört auch dazu, mir deutsche Filme wenigstens mal kurz anzuschauen, denn da wird mehr geboten, als man oft vermutet. Erst recht, wenn Leute mit von der Party sind, die schon durch und mit und in anderen Produktionen geglänzt haben.

In “Barfuss” spielt an der Seite von Schweiger eine bezaubernde Johanna Wokalek, die derzeit in “Die Päpstin” im Kino ist, eine junge Frau, die ohne Schuhe durch ihr verwirrtes Leben geht.
Es ist eine gut erzählte Geschichte, bei der Schweiger auch an dem Buch mit geschrieben hat und Regie führte.
Zwei, die immer auf der Verliererseite des Lebens zu stehen scheinen, finden zueinander. Nick (T.Schweiger) rettet in einer Nervenheilanstalt Leila (J.Wokalek) das Leben, als die sich mit dem Gürtel ihres Bademantels auf der Damentoilette erhängen will. Getreu nach dem alten Brauch, dass jemand, der einem anderen das Leben rettete, für diesen ab sofort verantwortlich ist, heftet sich die ewig Barfüßige (“Ich will meine Füße nicht in Schuhe einsperren!”) an Nicks Fersen. Nichts kann und soll sie davon abhalten, mit ihm zusammen zu sein, selbst die Hochzeit seines Bruders in Schickeriakreisen gilt es zu überstehen. Oder eben auch nicht…
Barfuss” -Ein sehenswerter Film aus deutscher Produktion. Hier gibt’s die DVD.

Das zweite Mal fiel Til mir auf durch ein Gespräch, das er mit Edda Bauer für GALORE Interviews führte. Es passt irgendwie, dass dieses Interview aus dem selben Jahr ist, wie der Film “Barfuss”. Ob dadurch dem Gesagten die Aktualität fehlt? Schon möglich. Aber nicht die Substanz. Dazu in einem anderen Artikel mehr.

Nahrung

Der Herzweg zur Meditation aus dem Sbol ist heute Ar-Razzaq, “Versorger”.

Wenn du zu diesem Weg geführt wirst, nimm die Gelegenheit wahr, die nährende Versorgung des Einen Seins zu empfangen und deine Beziehung zum Nähren und Genährtwerden zu überprüfen.

Worte von Rumi:
Die Welt ist ein Baum schwer beladen mit Früchten, während du dich beugst, um faulende Äpfel zu stehlen.

Die Sache mit den Läufern

Menschheit: einige wenige Vorläufer, sehr viele Mitläufer und eine unübersehbare Zahl an Nachläufern.

Jean Cocteau