Feuchter Sand zwischen den Zehen, mal wieder neben der Spur. Ausgetretene Pfade verlassen, Brücken gescheut, die andere über den Fluss gebaut haben.
Fluss des Vergessens. Fluss des Vertrauens.
Barfuß laufen braucht Vertrauen. Zu leicht stößt man sich die Zehen. Der Sand massiert meine Sohlen, und da ist dieses Gefühl der Verbundenheit mit dem Grund. Des Daseins und der Erde.
Den Schwerpunkt der Aufmerksamkeit auf die Schritte über den alles ertragenden Boden lenken, verankert fest in einem sicheren Schwerpunkt. Doch wer will schon inkaufnehmen, dass der Horizont auf Kieselsteinhöhe schrumpft?
Wir haben uns vor grauer Zeit erhoben, dem erdigen Boden entwunden. Der Schwerpunkt im Nabel war dem Himel und der Erde gleich nah. Bauchgefühle treffen auf Dimensionen ins Schwarze, von denen Rechenoperationen nichts wissen.
Wir waren mit dem in uns und um uns im Einklang. Klingendes Gleichgewicht. Aber nicht nur der Schwerpunkt, auch der Rausch über die eigenen angeblich so wichtigen Erfolge ist uns zu Kopf gestiegen. Kopflastig brauchen wir nun Mentalkrücken, um uns vorwärts zu bewegen.
Fremde Brücken über den eigenen Fluss sind erstaunlich stabile Fata Morganen. Sie halten, so lange wir uns mit anderen einig sind, dass es sie gibt. Sie konsequent zu vermeiden bedeutet, den Mut des Größenwahns zu leben. In den Augen der Welt.
Die Welt sieht uns mit dem Tunnelblick des jeweiligen Betrachters, und wenn wir nicht Acht geben, starren wir ebenso eingeengt zurück.
Statt uns als Kinder unserer Umwelt immer mit dem Patchworkmantel der Opferrolle zu verkleiden, sollten wir anerkennen, in welch hohem Maß die Umwelt unser Kind ist. Wir entscheiden, ob wir ihr liebevolle Eltern sein wollen oder nicht.
Ich glaube, es kostet mehr Anstrengung, den Erwartungen anderer gerecht zu werden, als sich auf sich selbst besinnen. Was uns von uns selbst fernhält, ist Angst. Das wahre Selbst zu entdecken, könnte erschreckend sein. Wer weiß schon, was ihn erwartet?
Wir folgen denen, die uns vorausgehen, indem sie denen folgen, die ihnen vorausgingen.
Uns selbst zu folgen, ist ein anderer Traum…