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Mehr davon?

In den letzten Tagen werde ich vermehrt gefragt: “Wo gibt es mehr davon?”
Mehr von meiner Lyrik, meinen kurzen Geschichten, meinen sprachphilosophischen Anmerkungen zum Leben. Diese Resonanz freut mich sehr! An dieser Stelle meinen Dank an euch für euer Interesse an meiner Wortkunst, die Besucherzahlen und die Verweildauer auf diesen Seiten klettern immer weiter.
Daher ein paar Anmerkungen in eigener und eurer Sache.
Dieses Blog beinhaltet inzwischen mehr als 600 Artikel, alle von mir verfasst, da zwar jederzeit das Kommentieren meiner Einträge möglich ist, nicht aber das Einstellen eigener Posts. Von Anfang an war das so konzipiert, wer sich selber auf Foren einbringen will mit seiner Literatur- Davon gibt es inzwischen eine Riesenauswahl für jede Ambition, jeden Geschmack.
Bei mir lohnt sich das Stöbern in älteren Beiträgen, was ich euch nahezu täglich mit meinen Veröffentlichungen bei Twitter “Aus der Bloghistorie” ein wenig erleichtern möchte.

Wer mehr von mir lesen möchte, wird inzwischen auch an anderer Stelle fündig. Als erstes empfehle ich jedem, der an guten Geschichten über das Gute (Er)Leben interessiert ist, goodnewstoday. Dieses Blog lebt vom Mitmachen, und das Angenehme ist, es lässt sich nur mit guten Nachrichten füttern.
Von mir beinhaltet es zurzeit zwei Beiträge, “Fremde Hand” und “Wie Reiner Zufall starb“. Beide wurden von mir eingesprochen, wer also mehr auf Hören statt Lesen steht, kommt ebenso auf seine Kosten.
Natürlich hätten diese beiden Geschichten auch gut hierher gepasst, ganz klar. Ohne goodnewstoday hätte es aber die Inspiration, den Impuls, sie auf den Bildschirm zu bringen, nicht gegeben. Deswegen gehören sie dorthin! In beste Gesellschaft zwischen all die anderen guten Erlebnisse, über die die Autoren dort erzählen.
Danke Raoul für die Idee zu dieser Seite und viel Erfolg bei der Erweiterung und Fortführung deines Projekts!

Wem das noch nicht genug ist, und ich hoffe, dass es viele sind, dem gebe ich mit PEO einen weiteren Link an die Hand. Auch hier gibt es Geschichten und Gedichte von mir, damals noch veröffentlicht unter dem Pseudonym Runasimi.

Natürlich werdet ihr das alles einmal gelesen haben. Und dann? Wer mein Blog regelmäßig besucht, weiß, dass ich stetig am Erweitern bin. Also tägliches Stöbern lohnt sich.
Im Moment bemühe ich mich, einen Verlag zu finden für meinen ersten Roman. Exposé und alles Weitere zu “Schattenherz” findet ihr hier.

Ich danke euch und vergesst nicht: Ich schreibe, um die Worte los zu werden. Aber ohne euch macht es nicht wirklich Spaß!

Grauohr

Die Sonne lachte am Himmel, den ganzen Tag lang. Ihr rosiges Lächeln weckte den Morgen, das goldene Lachen klang durch den Tag, und am Abend schlief die Welt ein in ihrer samtroten Umarmung.
Der Sommer war eine Zeit zum Fröhlichsein.
Der kleine Spatz flatterte ohne müde zu werden vom Weckruf der Sonne bis zum Abendgebet des Mondes umher. Er schnäbelte mit seiner Spätzin, holte Futter für den schreienden Nachwuchs, der aus den Eiern geschlüpft war, und versäumte nicht, jeden zu grüßen, der seinen Weg kreuzte. Alle steckte er an mit seiner Fröhlichkeit. Er trieb seine frechen Späße, stibitzte Krumen von Kuchen und Brot von überall her und pickte manchen unvorsichtigen Käfer aus dem Gras.
Die Leute schüttelten den Kopf und mussten lachen. Wenn das graubraune Knäuel aus Federn zwitscherte, mit schräg gelegtem Kopf aus seinen Knopfaugen die Welt betrachtete, konnte niemand anders. Seine Fröhlichkeit war wie ein Schluck aus der frischen Quelle; jeder wollte davon haben und kosten.
Nur einer blieb unbeeindruckt.
Grau und langohrig stand er da, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Sah vor sich hin, verzog keine Miene, sagte kein Wort. Tag für Tag flog der Spatz zu ihm, wieder und wieder, versuchte ihn aufzuheitern, dazu zu bewegen, etwas zu sagen, ein Wort nur.
Nichts. Der Graue blieb still, blieb bewegungslos, war jeden Tag so grauer Laune wie sein Fell gefärbt war. Uninteressiert und trübe sahen seine Augen unter langen Wimpern vor sich hin.
Was der Spatz auch anstellte, es half nichts.
„Du bist ein alter Esel!“ rief der kleine Spatz, als er nach Wochen wirklich den kleinen, flinken Schnabel voll hatte.
„Was sonst?“ sagte der Graue. „Ich bin ein Esel, aber alt, bitte kleiner Spatz, alt bin ich nicht. Bin ich wirklich nicht!“
„Ja, aber musst du so stur sein?“
„Wie gesagt, kleiner Spatz“, antwortete das Grautier, „ich bin ein Esel. Das heißt, ich bin von Natur aus stur.“
„Das ist Unfug!“ tschilpte der Kleine. „Du bist nicht stur, weil du ein Esel bist, sage ich dir. Du bist ein Esel, weil du so stur bist!“

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Link zur Audioversion.