Die Tage wie Durchgangszimmer.
Jeder Augenblick ein Schlupfwinkel,
Dem wir entgleiten,
Bei dem Versuch, ihn zu halten.
Hinter und vor uns
Türen zu Vergangenheit und Zukunft.
Wir starren durch Perspektiven von Schlüssellöchern
In Welten, die so nie gewesen sind
Und nie sein werden.
Wer nicht begreift,
Dass er auf der Durchreise ist,
Wird nie ankommen.
Durchreise
Erinnern 12
Erinnern ohne Wiederholen 12
Wir erzeugen immer mehr aus immer mehr. Dabei erschaffen wir nicht, wir häufen an. Die Äußerlichkeit wird aufgebläht, bis wir uns darin verlieren. Um uns wiederzufinden, wenigstens einen Abglanz, einen Schatten, ein Echo unserer Selbst, blähen wir uns hinterher. Mit dem unterbewussten Hinweis darauf, dass wir ja so wenig nicht darstellen können, wenn um uns herum alles so- viel ist.
Als Kinder wussten wir noch, dass Ballons, zu weit gedehnt, zu stark aufgeblasen, letzten Endes platzten.
Alle Geschenke liegen in den Lücken zwischen den Dingen, die wir zu haben oder zu sein glauben.
Musik wird erst hörbar durch die Stille zwischen den Tönen.
Was wäre ein Buch ohne Leerzeichen und -zeilen?
Niemandem schmeckt die kulinarischste Mahlzeit ohne den entsprechenden Appetit.
In Stille und Leere und Abwesenheit von allem, das wir benennen könnten, liegt auch die Kraft, wahrhaft etwas zu schaffen und zu erschaffen. In dem Augenblick des Innewerdens zwischen Einatmen und Ausatmen. Im Schweigen zwischen einem Gedanken und dem nächsten, den die Kette unaufhörlicher innerer Dialoge hinter sich herzieht.
Werden wir still und erinnern wir uns heute daran, dass wir Kreativität ausstrahlen können.