Ein Vorgriff auf den Mai. Aber nur, weil diese Verse im Mai 2007 entstanden sind. Mehr als tausend Tage ist es her.
Mich erreichte eine E-Mail voller Hinweise darauf, wie das Leben sein sollte, was als erstrebenswert, als schön zu gelten hätte. Die Absenderin war der festen Überzeugung, dass sie alles das finden könnte, wenn sie nur weit und geduldig genug immer weiter laufen würde. Mit der Geduld lag sie sicher nicht falsch, aber wie weit muss man gehen, um sich selbst zu entdecken?
Mir kam, statt einer wortreichen Erklärung mit Argumenten, Gegendarstellungen und wieder Antworten mit vielem Hin und Her, das folgende kleine Gedicht in den Sinn.
Selbstbesuch
Eines Tages kommt die Stunde,
Wie du sie nicht erwartet hast.
Da steht in deiner Runde
Ein neuer, alter Gast.
Ein Kind, ein Greis, alles dazwischen:
Dein Selbst erfährt sich somit klar
Als alles das, was war und ist,
Sieht sich als vereintes Paar.
Erkennt im Werden das Vergehen,
Im Haben Nichts, alles im Geben,
Fühlt, dass es nie einsam ist,
Das selbsterfüllte Leben.
Du selbst bist deine Schöpfermacht,
Das Tun und auch die Tat.
Erinner dich, was du vergessen:
Sebstleugnung ist- der einzige Verrat!
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