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Essenz der Schnelligkeit VII

Mit dieser Sparte mag es sein wie mit meiner nahezu täglich formulierten Einladung, zu Erinnern, ohne zu Wiederholen. Der Blick über die Schulter verschafft gelegentlich Gewissheit darüber, wie weit wir schon gekommen sind. Ab und zu kann uns die Erinnerung daran ein Stück weiter vorantreiben. Wenn wir uns schnell wieder umdrehen und auf das ausrichten, was voraus ist.
Gute alte Tweets machen neugierig auf die neuen. Sogar mich. Manchmal lese ich das alte Zeug und kann schmunzeln. Das habe ich also mal geschrieben im “schnellsten Medium dieser Zeit”? Spaß macht es, über neue Tweets ebenso schmunzeln zu können. Ein Effekt der Selbstüberraschung. Denn was ich im nächsten Moment twittern werde, weiß ich selbst oft scheinbar am wenigsten…
Viel Spaß jetzt mit

Twitteressenz VII,

die uns endlich zum Ende des Jahres 2009 bringt!

Und wer die ersten Reminiszenzen verpasst hat oder einfach nur nochmal nachschauen möchte:

Twitteressenz I

Twitteressenz II

Twitteressenz III

Twitteressenz IV

Twitteressenz V

Twitteressenz VI

“Erinnern Einundvierzig”

Erinnern ohne Wiederholen 41
Worüber kannst du heute schweigen, bis es sich lohnt, ausgesprochen zu werden?
Muss es sich immer lohnen? Im Schein eines äußeren Anreizes seine wahren Konturen verlieren?
In natürlicher Umgebung wachsen die Dinge und das Leben. Wo der Druck einsetzt von Erwartungen und dem Schneller-Höher-Weiter-Prinzip der großen Leere, gibt es statt Wachstum Produktion. Letzten Endes kontraproduktive Produktion, denn die Natur wird immer wieder bestrebt sein, Unnatürlichkeit auszugleichen.
Kraft sammeln ist keine Untätigkeit. Die Welt des Anscheins vermutet das nur, weil sie keine Bewegung sieht, die tief innerlich abläuft. Den äußeren Anforderungen der Schein-Heiligkeit den Mut entgegenzusetzen, ihnen keine Folge zu leisten, ist der erste Schritt. Mit dem Blick nach innen zur rechten Zeit, erschließt sich ein Reservoir an Möglichkeiten, die dich bereit machen für deine weitere Wegstrecke im Außen.

Erinnere dich heute daran, Kräfte zu sammeln und zu vereinen!

“Erinnern Vierzig”

Erinnern ohne Wiederholen 40
Wenn ich einzigartig bin, aber nicht Ein-Ich, sondern die Ansammlung meiner Rollen, Zustände, Sichtweisen, wie können wir beide zusammen dann- Zwei sein?
Aus Einem und Einem anderen Zwei machen, ist niedere Mathematik. Das Zählen der Form. Nicht des Wesens.

Der Weg Al-Hasib, wie Douglas-Klotz ihn beschreibt, lädt uns ein, den Blick auf die inneren Details zu werfen, und dabei das Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren.
Einander sehen heißt noch nicht, sich erkennen. Wir müssen uns einlassen. Auf uns selbst und auf den Anderen.

Ich kann erfahren, wie du bist, wenn ich es vielleicht auch nicht begreife. Es nicht mit dem Verstand ergreife, vielleicht sogar ablehne. In mancher Beziehung bist du mir vielleicht- zu verschieden.
Ich muss nicht mit jedem Detail einverstanden sein, kann das sicher auch nicht. Mit dem umfassenden Blick auf die Gesamtheit, wird mir jedoch die Möglichkeit bewusst, dass ich es nicht nur tolerieren kann. Ich kann über diese (im eigentlichen Wortsinn) Duldung hinaus gehen. Die Erlösung von der Ablehnung einiger Teile, heißt Akzeptanz des Ganzen.

Wenn ich “Du!” sage, und wirklich dich meine, bedeutet das deine Gesamtheit. Schließe ich etwas von dir aus, bedeutest du mir nichts als Ganzes, sondern nur als der Bruchteil von Möglichkeiten, der meiner beengten Sicht entspricht.

Das Gesamte ist überall, wir können es spüren in jedem Detail.

“Keine Schönwetterpralinen”

Nötig wäre es nicht gewesen, dass das Wetter mir in der Form Recht gibt. Der gestrige Tag war nur ein Schönwetterintermezzo. Seit dem ersten, scheuen Blinzeln heute Morgen, haben sich die Tropfen in meinen Halbschlaf geprasselt, nahm der Regen mich immer wieder mit fort in seinem Rausch.
Was bleibt, ist die Alternative zum Sonntagsspaziergang: Naschen. In dem Schächtelchen Pralinés, das ich hier überreichen möchte, ist mit Sicherheit etwas von der Klarheit der gestrigen Sonne eingefangen. Und, wer weiß, vielleicht auch etwas von der Weisheit des Mondes, der sich seit zwei Tagen wieder auf dem Abstieg befindet, sich leert.

Viel Spaß!

*Wer wirklich was zu sagen hat, hält öfter mal den Mund!
*Verdursten ist möglich auf drei verschiedene Arten. Körperlich aus Mangel an Wasser. Die Seele verdorrt bei fehlender Liebe. Der Geist ist tot aus Mangel an Geist.
*Entweder gibt es die EINE Liebe, oder es gibt gar keine. Dass es keine Liebe gibt, halte ich für ausgeschlossen!
*Erwartungen reduzieren unsere Erlebnisfähigkeit auf das Minimum ihres geschrumpften Horizonts.
*Die Wahrheit der Wellen findest du auf dem Grund des Meeres. Die Wahrheit des Menschen auf dem Grund des Herzens.
*Himmel. Das ist die Hölle, die deine Liebe zur Oase gemacht hat.
Hölle. Das ist der Himmel, zu dem du dir den Zutritt verweigerst.

“Wanted!”

Nein, das weibliche Wesen, auf das sich der Titel der zu diesem Artikel gehörenden Geschichte bezieht, suche ich nicht. Sie habe ich bereits gefunden.
Manchmal geht es plötzlich leichter. Auf einmal. Nur nicht- einfach so. Es ist die Sonne, die heute in den Hof scheint. Sie macht das Atmen leichter, als würde sie Schatten vertreiben, die auf der Brust lagen. Man kann Licht atmen. Kann man Licht atmen?
Sonne und Wärme sind seltene Gäste in diesem Jahr, an der Tatsache ändert auch nichts, dass es heute einmal anders erscheint. Indem die Sonne scheint. Regen im Übermaß und Temperaturen unter dem, was man als Wohlfühlwert anzunehmen bereit ist, verderben die Lust an diesem Frühling. Und so heißt es eben immer noch: “Wanted Spring! – Only Alive.”
Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine wettertechnisch annehmbare Zukunft. Oder die Erinnerung. Die uns ermöglicht, zeitweilig zu entfliehen, dorthin, wo wir es in der Vergangenheit, was Wetter, Sonne, Temperaturen anbelangt, schon einmal besser hatten.

So weit, wie die gleich folgende Geschichte uns entführt, nach Asien, muss es nicht einmal sein. Muss nicht, aber kann. Und dort ist es auch gewesen, wo ich ihr begegnet bin. Aber lest selbst, was es auf sich hat mit:

Tong Kam

(erstveröffentlicht auf goodnewstoday am 04.05.2010)

“Erinnern Neununddreißig”

Erinnern ohne Wiederholen 39
Der Schritt zurück muss nicht unbedingt ein Rückschritt sein. Abstand bringen zwischen sich und die Verstrickungen des Alltäglichen, ist die Möglichkeit, eine andere Perspektive einzunehmen.
Auf einmal sieht man Verbindungen, die vorher nicht dagewesen sind, und wo man sich verheddert glaubte, fühlt man auf einmal die Freiheit, die man einer Meinung geopfert hatte.
Wir haben gelernt, nichts hat Bestand, weil es verweht wie Staub. Wir haben gelernt, Äußerliches sollte nicht so sehr zählen.
Für sich allein sind auch das wieder einseitige Ansichten. Nichts hat eine Basis ohne das eigene Gegenteil.
Wenn auch alles vergeht, hat es doch seine Zeit. Seine Zeit, in der es bewahrt werden muss, in der seine relative Beständigkeit die Gelegenheit erhält, zur Blüte und Frucht zu kommen.
Zuerst konfrontiert mit diesem Weg, mit diesem Attribut des Einen, wurde ich daran erinnert, dass nichts ist, wie und was es scheint. Und nichts so scheint, wie und was es ist?
Wenn auch immer wieder auf den Kern, das Wesen als das “Wesentliche” hingewiesen wird, so hat doch der Inhalt notwendigerweise eine äußere Form. Ohne die gäbe es schlicht auch keinen- Inhalt.
Alles hängt zusammen. Im Wechselspiel. Nur wer nicht das spielerische Element in allem erkennt, verkantet in seinen Meinungen.

Erinnern wir uns daran, welchen Zustand die Eine Wirklichkeit verkörpert.

“Gesucht – Gefunden?”

Beginnt nicht jeder Tag
Mit einem Verrat?
Im Dämmerlicht bin ich vom Schlaf verlassen
Und liege nur bei mir selber.
Morgen hockt auf dem Geländer vorm Fenster,
Schaut mich erwartungsvoll an.
Während ich noch
Nach dem Seh-Sinn suche.

Mondlicht auf dem Handlauf fragt,
Wen ich am Tag entdecken konnte,
Bevor der Vorhang fällt.
Der mich verlassen hat, kommt nun zurück:
Schlaf pocht hinter meinen Lidern.
Ich will die Frage nicht mitnehmen
Hinüber in die andere Welt,
Ob ich mich selbst gefunden habe.

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“Erinnern Achtunddreißig”

Erinnern ohne Wiederholen 38
Was immer der Titel dieser seit knapp vierzig Tagen von mir gepflegten Sparte dem Einzelnen sagen mag, für mich ist es neben vielem anderen auch die Feststellung: Weil es gar nicht machbar ist!
Streng genommen lässt sich nichts wiederholen, weil zu keinem Zeitpunkt Bedingungen haargenau die gleichen sein können, wie im Lauf welcher Entwicklung auch immer.
Und wieder (Wie immer?), lassen die Worte die Wahrheit durchscheinen. Alles kann sich gleichen, aber nicht Dasselbe sein, wie ein Anderes.
Wir können einander gleichen, doch niemand ist Derselbe wie ein Anderer. Klingt logisch, wir nicken, nur- wie sieht es aus in der Praxis? Verfallen wir nicht immer wieder in den Fehler zu denken, der Andere müsste wissen, was wir meinen? Im Gegensatz dazu gehen wir ständig davon aus, dass wir wissen, was der Andere denkt.
Niemand weiß, was wirklich in einem anderen Wesen vorgeht. Das ist eines der Geheimnisse der Individualität.
Wir gleichen uns selbst. Sind aber nie Derselbe, der wir waren. Das ergibt sich schon aus dem einfachen Hinweis darauf, dass wir der/die Eine sind, und der/die Ein(e) (Ander[er]?) waren.

Heute mochte ich es etwas verfilzter. Gedankenfilz. Ja. Aber vielleicht lohnt es sich, den Faden darin zu suchen, ihn aufzunehmen, um ein Stück zu folgen. Nicht mir und meinen Gedankengängen, sondern den eigenen. Es gibt kein Leben, das wir leben könnten, außer unserem eigenen.

Erinnern und Bewahren” ist der Titel, den N. Douglas-Klotz dem Kapitel zum Weg Al-Hafiz gegeben hat. Erinnern, nicht nur an diese Eigenschaft des Großen und einzig Ganzen, sondern an alle anderen ebenso. Und bewahren. Die Schritte unserer Wege bewahren, weil sie alle in die Spitze dessen münden, was wir bis zu diesem Zeitpunkt erreicht haben. Unser Dasein hier und jetzt.

Wenn wir noch nicht da sind, wohin wir gehören, können wir keinen Weg noch einmal gehen. Unsere Schritte können uns nur weiter führen. Wir sind beladen mit der Last der Erinnerung. Die Erkenntnis, wie uns alles Bewahrte den Weg erleichtern kann, wenn wir ihn als unseren eigenen, einzigartigen Weg annehmen, sollte unsere Schritte beschwingter machen. Beschwingt und geschützt. Dieser Weg weist auch darauf hin, dass alles Bewahrte geschützt, weil schützenswert ist.

“Erinnern Siebenunddreißig”

Erinnern ohne Wiederholen 37
Muster im Sand der Zeit. Impulse schieben Wellen vor sich her, die sich aus dem Nichts aufbäumen, um zu verebben. Auch die gleichförmige Bewegung benötigt immer wieder Anstöße, um sich fortzupflanzen.
Kreativität ist kein Dauerzustand. Kreation sehr wohl. Nichts ist. Alles wird. Und vergeht.
Wir haben es verdient, ein Gleichmaß anzustreben. Doch eine Nulllinie gibt es nur als Krücke, die den Umkehrpunkt markiert. Die Bewegung schwingt immer drum herum. Je näher wir der Linie sind, desto näher sind wir Null.
Das Leben hat den Impuls verdient. Ohne den es nicht “geht”. Dieses Wissen um die Notwendigkeit des kreativen Anstoßes, ist für das Leben so wesentlich, dass es uns von Zeit zu Zeit daran erinnert. Wenn es unsere Trägheit nicht mehr länger zu tragen, zu ertragen vermag.
Manchmal fällt es schwer, sich aufzuraffen. Darin aber liegt das Notwendige. Im Sinne des Wortes, etwas, das die Not wendet. Die Not des drohenden Stillstands, der Routine, der Gleichförmigkeit.
Was hier ebenso helfen kann wie in vielen anderen Situationen, ist Besinnung. Bewusstwerden dessen, was ist. Folgen wir dem Impuls, den wir benötigen, zurück zum Ursprung aller Bewegung. Tief einatmen und erinnern: Es gibt nur einen rechten Moment. Jetzt!

Und für jeden dieser rechten Momente gibt es eine Quelle, auf die wir uns besinnen können- Die Schöpferische Kraft.

Traumgerinnsel

Den Träumen entronnen?
Oder die Visionen verloren?
Zur Ruhe gekommen,
Oder einfach nur aufgegeben?
Du orientierst dein Leben an Etiketten,
Doch jeder Moment kommt unbeschriftet.
Was einen Namen hat,
Kannst du nicht mehr benennen.
Was unaussprechlich ist,
Davon hast auch du kein Wissen.
Das Wiederholen der Worte anderer
Ist nur nachgelebtes Leben.
Aufhören in der Wandlung- ist der Tod.

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