Erinnern ohne Wiederholen 39
Der Schritt zurück muss nicht unbedingt ein Rückschritt sein. Abstand bringen zwischen sich und die Verstrickungen des Alltäglichen, ist die Möglichkeit, eine andere Perspektive einzunehmen.
Auf einmal sieht man Verbindungen, die vorher nicht dagewesen sind, und wo man sich verheddert glaubte, fühlt man auf einmal die Freiheit, die man einer Meinung geopfert hatte.
Wir haben gelernt, nichts hat Bestand, weil es verweht wie Staub. Wir haben gelernt, Äußerliches sollte nicht so sehr zählen.
Für sich allein sind auch das wieder einseitige Ansichten. Nichts hat eine Basis ohne das eigene Gegenteil.
Wenn auch alles vergeht, hat es doch seine Zeit. Seine Zeit, in der es bewahrt werden muss, in der seine relative Beständigkeit die Gelegenheit erhält, zur Blüte und Frucht zu kommen.
Zuerst konfrontiert mit diesem Weg, mit diesem Attribut des Einen, wurde ich daran erinnert, dass nichts ist, wie und was es scheint. Und nichts so scheint, wie und was es ist?
Wenn auch immer wieder auf den Kern, das Wesen als das “Wesentliche” hingewiesen wird, so hat doch der Inhalt notwendigerweise eine äußere Form. Ohne die gäbe es schlicht auch keinen- Inhalt.
Alles hängt zusammen. Im Wechselspiel. Nur wer nicht das spielerische Element in allem erkennt, verkantet in seinen Meinungen.
Erinnern wir uns daran, welchen Zustand die Eine Wirklichkeit verkörpert.