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“Hinwegtäuschung”

Sprache könnte.
Logisch sein.
Aber so?
Wir täuschen uns nur.
Darüber hinweg.
Dass wir nichts zu sagen haben.

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“Erinnern Fünfundfünfzig”

Erinnern ohne Wiederholen 55
Mir gefällt der Gedanke, das Konzept von gut und schlecht aufzugeben. Zugunsten von reif und unreif, betrachtet unter dem Blickwinkel, ob und inwieweit etwas/jemand der vorgesehenen Bestimmung gerecht wird. Oder eben nicht.
Eine gewisse Leichtigkeit könnte sich einschleichen in den Reiz-Reaktions-Mechanismus unserer Urteilsfindung. Bisher bilden wir Meinungen, anstatt uns. Uns bilden in dem Sinn, dass es gilt mit der Form immer weiter die Vorlage auszufüllen. Was glauben wir denn, wozu diese Ideale, kurz zusammen gefasst unter dem Begriff “menschlich” da sind, wenn nicht als Ziel, als Schablone für das, was sich da einmal Mensch nennen möchte?
Wenn wir aufhören, alles und jeden immer nach den verstaubten Urteilsurkunden in unserer persönlichen Kammer des Schreckens zu bewerten, sind Annäherung und Nähe möglich.
Freundschaft.
Dazu müsste man auch erstmal in der Lage sein, das eigene Verhalten neu zu betrachten, anstatt es zu bewerten. Bewertungen haben stets mit Urteilen zu tun, die sind, es kann nicht oft genug gesagt werden, immer subjektiv. Inwieweit wir uns selber gestatten, unser “Meinungsverhalten” als reif oder unreif zu betrachten, gemessen an der jeweiligen Situation und Reaktion, könnte einen Unterschied machen. Einen kleinen, aber feinen. Erinnern wir uns daran, es sind die Feinheiten, die letztlich das Zünglein an der Waage ausmachen.

Erinnern wir uns, dass Freundschaft möglich wird, wo wir Grenzen als das erkennen, was sie sind: Illusionen. Erinnern wir uns weiter, dass dort, wo wahre Frendschaft lebt, Urteile keinen Platz haben. Man sieht den Freund. Und spiegelt ihn. Man kann sich oder irgendwas nur ändern, wenn man zuerst sich selbst betrachtet. Bei genauem Hinsehen steckt in der Betrachtung das gewaltige Wort Achtung!

“Kann jemand anderes?”

Seit Anfang an ist ein Klang.
Horch, was er dir zu erzählen hat!
Oder forme ein Wort daraus.
Kann jemand anderes hören, was du hörst?

Bastle dir aus dem leeren Bogen
Ein Schiffchen, einen Hut.
Oder zeichne einen Plan darauf.
Kann jemand anderes deine Ideen bauen?

Forme das Blatt zum Trichter.
Rufe dein Leben hindurch.
Oder schreibe ein Gedicht.
Kann jemand anderes deine Geschichten erzählen?

Zeig den Leuten deine Hingabe,
Lass sie sehen, wie du tanzt!
Oder erkläre ihnen deine Choreografie.
Kann jemand anderes deinen Tanz tanzen?

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