Erinnern ohne Wiederholen 70
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Das Einzige, das nicht dem Gesetz der Trägheit zu unterliegen scheint, ist die Zeit.
Stolpersteine, wir sind zu bequem den Fuß zu heben, nachdem wir schon zu bequem waren, hinzusehen. Dabei geht der Blick nicht einmal frei geradeaus, das Motto heißt Ablenkung. Nichts scheint uns von dem abbringen zu können, was wir gerade tun oder lassen, wir jammern nach Motivation von außen. Es ist, als würde die Musik nach den Tönen jammern, die sie spielt. Dein Lied kannst du nur selber singen, weil niemand deine Melodie kennt, deine Tonhöhe halten kann. Du bist ein Paar, ganz allein mit dem Dirigenten, auch wenn du mitten in einem riesigen Orchester, einem allumfassenden Chor stehst.
Doch sein Taktstock weist nur die Richtung. Er spielt nicht für dich. Auch die um dich herum haben ihr eigenes Tun. Und dennoch gilt, nur zusammen erschafft ihr die Sinfonie. Deine Misstöne und Aussetzer können in der Masse untergehen, vielleicht fallen sie nur den Nächststehenden auf. Was aber, wenn die Zeit deines Solos herangerückt ist?
Zeit ist so machtlos oder machtvoll, wie du sie gestaltest. Vom Rausch ihrer Geschwindigkeit, in den sie sich in diesen Tagen immer weiter hineinzusteigern scheint, bist du nur beeindruckt, wenn du dich davon beeindrucken lässt.
Machtlos, machtvoll, und überhaupt- Macht. Absolute Macht hat nur das Etwas, das hinter allen Erscheinungen des Universums verborgen ist. Dem, was der moderne Mensch als Gesetze der Naturwissenschaft zu erkennen glaubt, kannst du dich nicht entziehen. Kannst nicht einmal so tun. Alle andere Macht ist die, die du den Dingen verleihst.
Leben ist Bewegung, darum ist die Macht, die dich gestaltet und durch die du gestaltest, die Macht in Aktion.
Erinnere dich, Leben ist in Aktion verkörperte Macht.