Erinnern ohne Wiederholen 68
Wie nah liegt doch das Wunder an der Wunde.
Nicht nur phonetisch.
Das für unmöglich Gehaltene, das dennoch eintritt, reißt tiefe Stücke aus deinem Selbstverständnis und aus deinem Verständnis von der Welt. Es musst nichts Schlechtes sein. Auch die Liebe, das unverhofft Wunderbare der Liebe, bereitet Schmerz.
Und wir bluten freudig.
Die Wunde des offenen Herzens bleibt eine Wunde. Und wunderbar.
Wenn ich Liebe sterben sehen habe, war es etwas anderes. Liebe kommt und geht nicht. Sie lädt ein, erwartet und empfängt uns. Liebe bleibt. Was geht, sind wir.
Für jedes Kommen gibt es ein Gehen. Gibt es ein Kommen.
Alles hat seine Zeit.
Der Tag und die Stunde kommen, wenn es Zeit für Tag und Stunde ist.
Seit die Menschen Uhren haben, glauben sie, das beeinflussen zu können. Die Zeit interessiert sich nicht dafür, was deine Uhr über sie sagt.
Die fünf Finger in den Fluss stecken, wird ihn weder stauen noch beschleunigen. Es ist nur zu fühlen, dass er sich bewegt.
Vielleicht ist Angst, als ihr Gegenteil, einfacher als Liebe. Sie nährt sich von den Abfällen dessen, was wir für Liebe hielten.
Die Kraft, die Liebe dir verleiht, erfordert sie in gleichem Maß, damit du ihrem Weg folgen kannst.
Jede Wunde des Wunderbaren heilt die Liebe selbst. Wenn du sie lässt. Du musst die Erfahrungen der Schmerzen leben, um Liebe spüren zu können.
Jedes Gift hat sein Gegenmittel.
Erinnere dich daran, es gibt eine Zuflucht für jedes Bedürfnis.