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“Erinnern Fünfundsiebzig”

Erinnern ohne Wiederholen 75
Es heißt, am Anfang wäre alles noch ganz rein. Wir werden mit einem klaren Spiegel des Herzens geboren, ungetrübt und außerstande, etwas zu trüben.
Die Zeit, die ins Land geht, bewirkt nichts. Nur was sie anschwemmt in ihrem ewigen Strom, hinterlässt Spuren. Das Leben nährt sich aus der Quelle, aus einer Ansammlung von Tropfen, die sich auf den Weg macht. Ohne das, würde es versiegen. Auf dem Weg wird es breiter und tiefer. Und der Ballast nimmt zu.
Die Unschuld der Kinder liegt in ihrer Unbewusstheit über den Ballast der Welt. Der Blick ist klar wie das Herz, das Licht kann ungehindert ein und aus gehen. Entwicklung ist unumgänglich, selbst, wenn man sie verhindern wollte. Aus der Vereinigung zweier Zellen entfaltet sich ein Plan, dessen wir Stück für Stück gewahr werden.
Wir nennen es reifen, wenn Kinder heranwachsen.
Pflanzen keimen einzig, um zu wachsen, zu blühen, zu reifen, um Frucht zu bringen. Um Samen zu erzeugen.
Menschen sind keine Pflanzen. Der Zweck ist nicht Kreislauf, nicht Zyklus. Der Weg schlängelt sich in horizontalen und vertikalen Wellen. Der Punkt auf dem Weg, den wir Jetzt nennen, das sind wir. Uns im Weg zu erkennen, den Weg durch und in uns, das ist Leben. Menschliches Leben. Das nicht blind ist.
Alles scheint geheimnisvoll, alles scheint gefunden werden zu müssen, wir scheinen. Immer auf der Suche zu sein. Tatsächlich ist da ein Schein, der nichts mit scheinbar zu tun hat, sondern sehr real ist. Uns leuchtet ein Stern. Von innen heraus? Auf dem Weg voran?
Finde es heraus. Oder- Erinnere dich.

Erinnere dich an die sternengleiche Sichtbarkeit, die in allem -auch in dir- verborgen ist.

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