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“Nicht nur dabei – DIE Performance”

Ein Tweet: audible feiert. Nicht nur das. Wenn man wollte, konnte man sogar mitfeiern. Und mehr. Man konnte zum Akteur werden. Einfach so. Natürlich nicht- einfach so.
Vor dem “Zum-Akteur-werden” hat Gott bekanntlich den Schweiß gesetzt. So, oder so ähnlich.
Also: Geschichte oder Gedicht einreichen, sich dem Urteil einer Jury stellen und dann- Live vor den anderen Gewinnern, Gästen und dem Team von audible das eigene Stück vortragen. Wäre schön gewesen. Wurde aber nichts. Jury ist eben Jury und deren Urteil ist maßgebend.
Schade.
Den Gewinnern und allen anderen Teilnehmern dennoch viel Spaß! Doch, das wünschte ich ihnen wirklich. Und hakte es innerlich ab.
Bis zwei Tage vor dem Event: “Ihre Geschichte hat uns so gut gefallen, aber leider konnte die Jury nur so und so viele Plätze vergeben. Wir würden Ihr Stück aber gern von Stefan Kaminski vortragen lassen. Hätten Sie etwas dagegen, Herr Scheinhardt?”
Und ob! Ich etwas dagegen hatte. Hier das Ergebnis meines Einwands:

Vielen Dank an S. Kaminski für diese ausdrucks- und gefühlsstarke Interpretation der Geschichte um das erste Wort, das Frido in seinem Leben gesprochen hat!

Hier geht es zu den weiteren Höhepunkten der audible-Poetry-Night.

Danke, audible, dass ihr meiner Geschichte diese Plattform gegeben habt!

“Spätsommerfest”

Erntezeit, wieder einmal.
Und wie reif bist du geworden?
Die Sonne versteckt sich
Hinter der Distanz des Spätsommers,
So wie wir
Die Seele abgrenzen im Fortgehen,
Das uns selbst nicht findet.
Bunt wird die Welt
Und feiert das Fest der Geduld,
Die sich in der Frucht zeigt.
Wir aber wissen nichts davon,
Weil wir im Welken der Blühte
Nicht das Reifen entdecken können.
Nichts lebt.
Ohne den Tod eines anderen.
Du kannst nur ankommen bei dir,
Wenn du zurücklässt, was alles anders ist.
Wie unreif bist du geblieben,
Zur Erntezeit, wieder einmal?

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“Erinnern Siebenundsiebzig”

Erinnern ohne Wiederholen 77
Resonanz findet im Innern statt, während das Echo -der Widerhall- ein Zurückprallen dessen ist, was aufprallt.
Alle Reize, die auf uns treffen, sind wie Echolot. Durch unsere Reaktionen darauf lässt sich das unsichtbare Koordinatensystem dessen erstellen, wie wir uns der Welt präsentieren. So sind wir eben.
Umgekehrt sind wir ständig am Ausloten, holen uns das, was man Feedback nennt. Bewusst oder unbewusst. Je unbewusster, desto größer der Anteil. Es gilt dasselbe Verhältnis, wie fast überall zwischen Symbol und dem, worauf es hinweist: Das Sichtbare ist nur die Spitze des Eisberges.
Was abläuft, entspricht einem Reiz-Reaktions-Mechanismus. Würden wir unsere Möglichkeiten intelligenter nutzen, könnten wir allen von Menschen erdachten kybernetischen Systemen den Rang ablaufen.
Gedanken, Meinungen, Urteile. Alles Echos, deren ursprünglicher Ton meist schon weit, sehr weit entfernt zurückliegt.
Resonanz, Gleichklang, Harmonie. Ich nehme das Signal auf und sehe es an, anstatt es nur zu spiegeln. Was der Spiegel zurückwirft, ist nur ein (Zerr-)Bild dessen, was auf ihn trifft. Der Klang der Resonanz entsteht aus Vereinigung.
Wenn wir -ausschließlich- zurückwerfen, was auf uns trifft, gestalten wir uns den Weg schwierig. Schattenfechten in einem Spiegelkabinett.
Hinter dem Spiegel sitzt der Kern, der aufnehmen und geben kann. Wie eine durch Rauch verhüllte Flamme, die den Weg um so besser erleuchtet, je reiner sie brennt. Sie ist schon immer da und sie hat auch schon immer gewirkt. Du erinnerst dich der klaren Töne in deinem Leben, wenn du dich darauf einlässt. Kannst du das?
Stück für Stück hat sich das geformt, was du geworden bist. Zum Teil durch das Wirken von Echolot und Spiegelung, mehr aber noch: Trotzdem. Zufriedensein heißt nicht, sich zurücklehnen und die Arme verschränken.
Zufriedensein heißt zu wissen, wer man ist und- was man aufgrund dessen kann. Tun kann oder lassen kann.

Erinnere dich der Grundlage, dein Leben zu meistern!