Erinnern ohne Wiederholen 80
Als erster Horizont der Mutterschoß. Vielleicht müssen wir verstehen, dass das eigentlich Unfassbare das In-die-Welt-kommen ist. Gehen müssen wir alle. Wo aber steht geschrieben, dass wir herkommen mussten?
Das Buch des Zufalls halte ich für- nicht geschrieben.
Wie ein Tropfen in einer Masse von immer Ähnlichen, aber nie Gleichen, schieben wir uns auf den nächsten Wellenkamm zu. Vom Gipfel kann der Blick nur ins Tal gehen, da, wo auch der weitere Weg zwingend hinführt. Auf und Ab. Das ist die Art und Weise, wie das Leben sich bewegt.
Alles ist Rhythmus und bewegt sich auf dadurch und darin. Sich dem Rhythmus der Welle anpassen, bringt den Tropfen am ehesten ans Ziel.
Wir sind wie Tropfen. Aber nicht auf heißem Stein. Und selbst wenn- Verdunsten, Verwehen, Kondensieren- Wir bleiben im Rhythmus, kehren dahin zurück. Von vor dem Anfang bis hinter das Ende.
Nur das Auf und Ab, das Getragensein von Wellen, hat uns in die Welt gespült. Nimmt uns irgendwann wieder mit fort. Woher? Wohin?
Pendeln zwischen diesen beiden Fragen. Wie ein Klöppel zwischen seinen beiden Totpunkten. Das ist es: Wo wir zur Ruhe erstarren, ist der Tot. Aber das Verharren ist nur kurzzeitig. So lange der Rhythmus bleibt. Das Leben treibt uns weiter in seine Arme, treibt uns sich selbst entgegen. Ob wir es dabei auch entdecken und letzlich: uns, ist eine Frage des offenen Blicks. Und auch das eine Frage des Rhythmus: Haben wir die Augen im rechten Moment offen?
Was wir für ein Ergebnis tun können, ist weder warten noch vorauseilen. Wir können uns einstimmen auf die Harmonie, die von Anfang an da war und da bleiben wird. Das Auf und Ab des jeweiligen Augenblicks.
Erinnere dich- Du kannst zum Rhythmus zurückkehren. Immer wieder.