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“Fixpunkte und Anlässe V. Das Ende-”

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Lebensknoten
(Die liegende Acht)

Alles überschneidet sich
Im In-uns-verschachtelt-Sein.
Türschließer sind immer wieder
Öffner für verborgene Tore.
So wie das Ausatmen Raum schafft
Für den frischen Geist,
Mit dem wir uns erneuern.
Nicht die Antworten weisen Wege.
Es sind die richtigen Fragen zur rechten Zeit.
Sie sind die Schlüssel.
Während die Antworten nur widerspiegeln,
Was wir als Fata Morgana am Horizont
Unserer nicht gestellten Fragen
Bereits gesehen haben.

“Die Schneeballblüte” Teil 5

“Fixpunkte und Anlässe IV. Vor dem Ende ist nicht Schluss”

Die Ereignisse, vielleicht die meisten, auf alle Fälle meist die bedeutendsten, lassen uns keine Wahl. Keine Wahl hinsichtlich der Frage, ob sie eintreten oder nicht. Welche Handhabe glauben wir zu haben in der Komplexität der Welt?
Nach binärer Lesart ist Eins schon zu viel. Im Gegensatz zur Null, dem Nichts, ist Eins das Alles. So ließen sich die Dinge aber nur rechnen, wenn wir sie so betrachten:
Ein Apfel ist das Gegenteil von kein Apfel. Aber kein Apfel ist zugleich auch die entgegengesetzte Seite von zwei Äpfeln, drei Äpfeln…
Mit allem, was dazu kommt, wird es -nicht unbedingt komplizierter- aber in jedem Fall komplexer. Je komplexer Zustand und/oder Geschehen, desto mehr entziehen sie sich unserem Einfluss.
Wie komplex ist das Leben an sich? Wie einflussreich sind wir in Bezug darauf?

Was wir in der Hand haben, ist meist etwas anderes als das, was wir vermuten; als wir uns wünschen:
Unsere Einstellung zu dem, was wir nicht ändern können. Und damit unsere Reaktionen. Und damit- uns. Hätten wir uns in der Gewalt, hätten wir auch die Komplexität, die Unbeeinflussbarkeit in der Gewalt. Denn die Welt besteht aus dem, wie wir darauf reagieren.
Wir sind Spiegel, ebenso, wie wir gespiegelt werden.

“Die Schneeballblüte” Teil 4

“Fixpunkte und Anlässe III. Nach dem Zenit”

Wenn man die Kuppel umdreht, ist der Gipfel plötzlich der Tiefstpunkt. Sich in die zweifache Bedeutung eines jeden Abbilds der Wirklichkeit hineinfühlen lernen heißt, jeden Zustand als Durchgang von einem zum anderen betrachten zu können.
Wir gehen hindurch. Wir kommen darüber hinweg.
Wenn man Geschichten, die man anfängt, nicht weiter erzählt, tun sie das von allein: Im Kopf der Hörer, im Herzen der Lauscher, in der Allgegenwart, die alles absorbiert.
Ob uns der Verlauf von Geschichten gefällt, liegt immer auch daran, wie aktiv wir uns beteiligen. Bringst du dich selber ein, kannst du nicht nur zwischen den Zeilen und in den Lücken lesen, sondern du bist selber darin zu finden. Du offenbarst dich.

“Die Schneeballblüte” Teil 3

“Fixpunkte und Anlässe – Zenit”

Jede Geschichte geht weiter, wenn sie einmal begonnen hat, und sie wird auch enden. Das gehört zu den Regeln, die wir nicht gemacht haben, nach denen wir aber leben müssen.
Ignoranz, Verdrängung, Ablehnung, alles sinnlos. Die Regeln gefallen uns nicht immer. Wir würden uns aber auch dagegen auflehnen, wenn sie menschengemacht wären. Wir sind so.
Vielleicht kann ich es akzeptiern. Irgendwann einmal. Verstehen kann ich es nicht. Oder sogar Verständnis haben.

Die Geschichte von der Schneeballblüte setzt sich auch fort. Aber nicht heute. Heute ist der Fixpunkt. Der Anlass, der den Zenit markiert, wegen dem diese kleine Serie begonnen wurde.
Was soll ich sagen, was schreiben im Auge des Taifuns? Was würdest du mir sagen, heute, wenn du noch etwas sagen könntest?

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Lieber still sein

Damals
Habe ich nicht weinen können, als es geschah.
Meine Tränen hatten sich verbraucht
In der Erwartung des Unfassbaren.
Dann gingst du.
Und ich war leer.
Seit dem dauert dein Schweigen an
Und kann nie wieder enden.
All deine Worte sind
Nur noch Erinnerung.

Das Leben ist so oft
Nichts-Sagendes Geschnatter.
Während das Eine Ende
Beredtes Schweigen ist.

Was würdest du mir sagen, heute,
Wenn du noch etwas sagen könntest?
Ich seh das Bild, seh deinen Blick.
Es ist, als wäre deine Stimme da:
“Feiere für mich, so gut du kannst
Und vergiss niemals, was dir mein Schweigen sagt!”

Es sagt, zu früh ist immer!
Es sagt, zu spät ist nie!
Es sagt, nimm die Geschenke an!
Es sagt, gib davon weiter!

Heut möcht ich lieber still sein
Und der Erinnerung lauschen.
Dem Nicht-Vergessen, Nicht-Vergehen,
Das bleiben wird, so lange ich fühle.
Ich möchte ~~~~~~~~~
Lieber still sein…

Die SchneeballblüteTeil 1 / Teil 2

“Erinnern Neunundsiebzig”

Erinnern ohne Wiederholen 79
Brücken im Nebel, mitten in unser Sein gebaut. Wir queren Flüsse und Schluchten, ohne uns der Wege bewusst zu sein, die Ufer miteinander verbinden und Abgründe überwinden.
Der Nebel ist in uns, selbst wenn draußen klarer Himmel herrscht und die Sonne scheint. Gedanken steigen wie Dunst aus heißer Quelle auf, über der sich die kalte Luft zusammenzieht. Verstand senkt sich als Tau herab. Schallschluckend verschleierte Wirklichkeit. Weil wir nicht sehen können, interpretieren wir, weil wir interpretieren, können wir nicht sehen.
Vom Kopf zeigt der Weg in die Freiheit einer klareren Sicht abwärts. Den Grundrhythmus des Lebens ignorieren wir ausdauernd, als auch konsequent. Herzschläge. Jeder davon ein doppelter Weckruf. Aber wir erlauben uns den Luxus, mit offenen Augen weiter zu schlafen.
Im von Wrasen beschlagenen Spiegel nehmen wir nur Schemen und Zerrbilder wahr, in Facetten zebrochene Erkenntnis. Es bräuchte eine langen Atem, darauf zu blasen, bis es verdunstet.
Mit ungeduldigen Handbewegungen wischen wir darüber, halb Abwehr, halb Angriff. Halb in dem Wunsch, zur Klarheit durchzudringen, halb davon getrieben, alles zu lassen, wie es ist.
Das wahre Nervenzentrum unserer Sinne scheint sich im Herzen zu vereinen.
Ein Spiegel, aus dem man heraus und hinein sehen kann. Wir sind die Medaille der zwei Seiten, drehen uns bis zum Schwindel auf dem Rand, getrieben und geängstigt von der Frage, fällt Kopf oder Zahl.
Es heißt, die Lösung hat man gefunden, wenn man beide Seiten zugleich sehen kann. Kein Unten, kein Oben.
Wo ist die Wahrheit? Ihr direkt ins Angesicht sehen, würde uns wohl ebenso die Hornhaut des geistigen Auges auflösen, wie es beim Starren in die Sonne mit den physichen Sehorganen geschieht.
Wir brauchen einen Spiegel, brauchen die indirekte Reflektion, die wir direkt betrachten können. Was wir brauchen, ist ein blanker Spiegel.

Erinnere dich, du kannst dein Herz polieren.

“Fixpunkte und Anlässe II”

Wer den ersten Teil der Geschichte gelesen hat, ist vielleicht neugierig geworden auf den zweiten. Weil er/sie auch die Vorrede kennt. Falls nicht, man kann sie sich im vorhergehenden Artikel ansehen, ein Stück weiter unten auf dieser Seite.
Heute passt das Wetter sich mit einem sanft das Gemüt aushölendem Nieselregen dem Anlass an. Obwohl die Geschichte im Winter spielt. Aber seht selbst:

Im zweiten Teil von “Die Schneeballblüte

“Fixpunkte und Anlässe”

Aus gegebenem Anlass. Fast hätte ich sie benutzt, diese Floskel. Als würde etwas ohne Anlass geschehen, ohne Grund; die Wirkung eintreten ohne Ursache. Und als würde der Anlass existieren, ohne gegeben zu sein.
Er ist da. Dieser Anlass. Allgegenwärtig. Er hat die Jahrzehnte übersprungen, verfolgt nicht nur, sondern eilt voraus. Erwartet mich hinter der Ecke des nächsten Tages. Nicht immer, aber immer wieder. Er ist da, wo ich bin, also hat er auch die Beschränkungen des Raums überwunden. Wo ich war, bin, sein werde- Einer meiner Begleiter ist er.
Anlass ist immer. Inwieweit wir uns dessen bewusst sind, macht den Unterschied. Es ist gut, dass die Allgegenwärtigkeit unserer Anlässe uns nicht immer bewusst ist. Wir benutzen Filter, um das Chronische zeitweise auszublenden. Damit wir dem Akuten gerecht werden können.
In den Zyklen unseres Lebens kehren jedoch die Fixpunkte immer wieder. Wie Sonnenwende und Tag- und Nachtgleiche. Dann lassen wir uns hinreißen zu Formulierungen wie der vom gegebenen Anlass.
In dieser Woche taucht einer der Fixpunkte meines Lebens auf. Was es damit auf sich hat, möchte ich euch über die Tage hinweg mit der Geschichte

Die Schneeballblüte

erzählen. Viel Spaß damit!

“Entlang des Weges II- Seitenblicke.”

Wo wir gehen, definiert den Wegesrand. Wohin wir sehen, bestimmt die Perspektive des Augenwinkels.
Wirklich zu sehen, worauf wir unseren Blick richten, ist schwer genug. Aus den Verzerrungen der Seitenblicke etwas zu entnehmen, ist ungleich schwieriger. Es sind Ahnungen, die uns nicht klar sind. Anderenfalls wäre es Wissen. Oft ist es so, dass die Ahnung sich nur im Augenwinkel andeutet. Drehen wir den Kopf, um zu sehen, verschwindet, was da war. Wovon wir glaubten, dass es da war? Und dann erscheinen uns die skizzenhaften Nebenpfade unserer Wege noch unwirklicher, weil der direkte Blick nicht bestätigen konnte, was die Intuition offenbaren wollte.
Geduld könnte auch hier ein Schlüssel sein. Der Mensch ist gepflanzt als nichtstationärer Baum, er muss wachsen. Und gehen. Beides bedingt einander, um mit Wurzelwerk und Krone einmal gleichzeitig den Himmel zu erreichen.
Wir wollen alles. Und das jetzt.
Wir bekommen das, was wir benötigen. Dann, wenn wir es benötigen.
Wir sind nicht sehschwach oder gar blind! Nur machen Sehhilfen keinen Sinn, wenn wir sie uns auf die Nase setzen- Vor die fest geschlossenen Augen.

Vielleicht können wir in der Dunkelheit nicht sehen, aber erkennen? Hier geht die Geschichte weiter...

“Und wieder- Ein halber Blick zurück”

Nichts scheint so flüchtig, wie die heutige Zeit. Und in einem immer schwindelerregenderen Tempo verdampfen wir sie. Erst ringen wir um Errungenschaften, dann mit ihnen, dann gegen sie.
Was bleibt als Kondensat von dem, das wir durch die Destlliermaschinerie des Lebens jagen? Der Geist aus diesem Most, den wir schneller produzieren, als wir trinken können? Oder nur Verkrustung, Verkalkung, Ablagerung?
Wohnt nicht in allem der Geist, wenn oft auch nur ein Funken davon? Das Schweben eines Dufts, so wie man um die Existenz der Blüten weiß, wenn man sie mit geschlossenen Augen einatmet.
Oft trifft man auf die Blumen dort, wo man sie am wenigsten vermutet. Vielleicht steckt in dem, was uns als das Flüchtigste erscheint, ein gutes Stück der Essenz. Die allem zugrunde liegt, zu der alles wieder zurückkehrt.
Schauen wir ein weiteres Mal auf die

Essenz der Schnelligkeit (XIII)

“Im Kokon”

Seele.
Im Kokon des Körpers.
Verpuppt. Verborgen. Gefangen?
Doch da ist nichts,
Was ihr sonst Ausdruck verleiht-
In dieser Welt.
Die Grenze ist
Eine Wand aufrecht stehenden Wassers.
Seelenwasser. Körperwasser.
Scharf getrennt,
So wie Meer und Fluss sich nicht vermischen,
Aber immer wieder vereinen.

Der Mensch.
Im Kokon der Masken,
Die er wechselt mit den Rollenspielen des Lebens.
Für die er die Drehbücher schreibt,
Indem er sie spielt.
Und schreibt. Und spielt.
Wir trennen uns selbst
In Phasen und Zeitabschnitte.
Doch sogar hinter diesen Trennwänden
Aus Illusion und Wegschauen
Wird das unbewegte Wasser schal,
Wenn wir nicht allein
Aus dem Kokon davonfliegen.

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