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Skriptkomplexe

Komplexe Reden.
Schon das einzelne Element,
Wort für Wort,
Ist eine Welt für sich.
Es explodiert zum Universum
Der eigenen Sicht der Dinge.
Der Bedingungen und Bindungen.
Manchmal ist Kampf nur,
Sich das eigene Leben zu bestätigen.
Wirst du angegriffen?
Oder boxt du dich leer an den Schatten?

Ja!
Alles, wovon du glaubst, so sei es,
Ist in deiner Welt: Genau so.
Die drei Zeiten
Gestern, Heute, Morgen,
Und was dort gewesen scheint,
Spielen nur Nebenrollen.
Sie interpretieren deine Annahmen.

Und du?
Kannst in deiner Hauptrolle
Nicht einmal dich selber spielen.
Nur interpretieren.
Was dir in dein Skript geschrieben ist.

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Nicht nur hier!


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Willkommen auf der TastaTour! Hier ist Ihre Reisebegleitung. -
So würde der Slogan über dieser Seite, diesem Blog stehen, wenn dieses WordPress-Thema einen Slogan darstellen würde. Dass es in diesem Fall anders ist, hat mich nicht davon abgehalten, es trotzdem zu verwenden. Mir gefällt es, ich komme damit weiter, wie es daherkommt, also immer schön die Seiten gefüllt.
Mit Wegbeschreibungen, mit Reiseberichten.
Für mich ist das: Jedes Stück Literatur. Jedes Gedicht, alle Geschichten, selbst die kleinen Splitter von Aphorismen führen immer von A nach C über B. Wenn sie es nicht im Außen tun, den Weg beschreiben, den Schreiberling uns führen möchte, tun sie es im Inneren: Unsere Reaktion ist der Weg.
Solche Wegbeschreibungen, eine derartige Reisebegleitung, möchte ich anbieten.
Nicht jeden Tag. Das habe ich einmal versucht, es frisst zu viel Energie, die wir erfahren als Zeit und/oder Aufmerksamkeit. Immer mal wieder ein kleines literarisches Stückchen, das ist okay. Für mich ebenso wie für euch als Leser, so scheint es. Die Klickzahlen zeigen es, seit sich das Konzept herausgeschält hat: Der Mai wird definitiv der stärkste Monat sein seit Start dieses Blogs. Er ist es schon jetzt.
Dafür, für diese Treue und für das wachsende Interesse: Vielen Dank an euch!
Was aus gesammelten und verarbeiteten TastaTourberichten werden kann, zeigt das Video am Ende des Artikels.

Wem das zu wenig ist, oder wem die Inhalte hier zu literarisch erscheinen, es gibt auch noch etwas anderes. Keinen anderen Scheinhardt, der ist eben- Scheinhardt. Es gibt einen anderen Aspekt, eine Facette aus dem Kaleidoskop der Möglichkeiten.

Das ist mein Blog. Einfach mal drauf klicken und gucken!
Hier gibt es das Mehr neben der reinen Literatur, vielleicht gibt es das sogar öfter und mit vielfältigen Themen. Getreu nach dem Motto in der Kopfzeile, das in diesem Thema zugelassen wird:
“Per TastaTour – Dem Leben auf der Spur!”

Viel Spaß, ich freue mich auf eure Besuche dort!

Das folgende Video zeigt meine Lesung “Scheinhardt auf TastaTour” am 28.05.2011 im Café Anton Hannes in Leipzig.

Ich übe


[Bild via reynoldsfarms.net]

Geständnis – Erkenntnis – und Versprechen

Ich übe.
Kritik an der Kritik.
Ich übe, denn ich will nicht mehr:
Kritisch sein, sondern lebendig.
Wie könnte ich denn würdigen,
Was ich ablehne?

Ich übe.
Akzeptanz statt tolerieren.
Ich übe, dich anzunehmen,
Statt zu ertragen.
Willst du mit mir üben,
Willst du mich nicht willkommen heißen,
Statt zu tolerieren?

Ich übe.
Nachsicht statt Vorausschau.
Die Zukunft liegt im Nebel.
Was wir davon spüren auf der Haut
Sind Tautropfen von Möglichkeiten
Und kein Vollbad in dem, was wirklich ist.
Übe ich Nachsicht, kann ich verzeihen-
Wie oft ich schon nass geworden bin.
Mitten, auf dem Trockenen.

Ich übe.
Auch das Üben muss man üben.
Neidisch bin ich.
Die Zenmeister üben Meisterschaft.
Und ich übe:
Nicht mehr neidisch zu sein auf sie.

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Weil der Anlass so herrlich aktuell ist, füge ich dem gestern erschienen Artikel das Video bei, das auf der Lesung gestern aufgenommen wurde. Auf der Premiere dieses Stückchens “Dichtungsmasse”

Das komplette Video meiner Lesung gibt es in diesem Blogartikel zur Veranstaltung zu sehen.

Treu bleiben

Sich treu bleiben heißt:
Wissen, dass man nicht ist
Wer man war.
Nicht werden kann,
Der man geworden ist.
Es nicht nur weiß,
Sondern akzeptiert.

Das Leben bleibt dir treu,
Weil du dich änderst.
Kannst du sein Bote sein und bleiben
In der Veränderung?
Oder liebst du den Himmel nur,
Wenn die Sonne scheint?

Ich kann dir nur treu sein,
Indem ich dein Anderswerden
Zum Gegenstand meiner Treue mache.
Es gibt eine Richtung für alles Entstehen:
Über sich selbst hinaus.

Erreicht der Baum seine größten Auswüchse,
Kehrt er mit einem Seufzen um.
Kehrt zurück zur Erde
Und bleibt sich selber treu als Dünger.
Durch den er zu einem ganz anderen werden mag als der,
Der da heimgegangen war.

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“Der Vernunft ein Maß verleihen”


[Bild via tufococe.comlu.com]

Welches Maß hat die Vernunft,
Und wer verleiht den Dingen diesen Titel?
Nur wer ungefiltert sieht,
Wird einmal auch erkennen.
Das Chaos bildet sich
Aus eigener Kraft zur Ordnung.
Ansonsten bleibt es, wie es ist.
Daran ist nichts verkehrt,
Nur wird es so nicht ankommen,
Falls das Ziel Erkenntnis ist:
Des Potenzials, das im Innern ruht.
Worum geht es sonst?
Gibt es Antworten ohne Fragen,
Oder nur unsere Sicht der Dinge?
Was war dann, bevor wir waren?
Was wird sein einmal- ohne uns?
Vielleicht ist das Maß der Vernunft,
Den Sinn zu finden,
Der das Chaos zur Ordnung ruft.
Immer wieder.

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“Baustellen nerven!”


[Bild via einfach-persoenlich.de]

Wenn es doch nur halbwegs so entspannt wäre, wie der Kollege auf dem Bild uns weismachen will!
Ihr seht, ich habe etwas am Blog gefummelt, das andere Layout gefiel nicht mehr. Warum? Fragt mich mal was Leichteres…
Reine Gefühlssache, so ein Ding aus dem Bauch. Je länger ich Tag für Tag auf das “alte” Design geschaut habe, desto weniger konnte und wollte ich damit leben.

Das hier gefällt mir ganz gut. Es ist keine zweite Wahl in meinen Augen, aber das Zweite, das ich gewählt habe. Bei dem ersten ging es so richtig gut zur Sache, Einstellungen, Layouts, Widgets, ja, es wurde rund! Und dann: Noch runder. Und dann: Stellte ich fest, dass es partout keine Umlaute darstellen konnte. Oder wollte. Ja, ich bin der Überzeugung, es wollte nicht. Bye, bye also Theme, bye, bye umsonst vergossener Schweiß…

Jetzt also das hier. Sichtweisen und Kommentare sind mir durchaus willkommen. Steckt irgendwo noch ein Haken, fällt euch was auf, wo ihr sagt, da gugge du noch mal?
Einen, also einen Haken, kenne ich schon. Die Sache mit den Seiten. Was da mal gestartet ist, nimmt sich zum Teil schon, ähm, sagen wir, nicht mehr so richtig schön aus. Ich arbeite dran. Genau so, wie der Kollege da oben auf dem Bild… ;)

Und mal so der Hinweis, wie es sich nach einer Weile anfühlt im Kopf, wenn man zu lange “fummelt”:

“Sinn der Abwege”


[Bild via molis.org]

Wir bauen unsere Wege
Schritt für Schritt.
Dann erklären sie uns, wer wir sind.

Aus der Begrenzung von Definitionen,
Führen uns Abwege wieder heraus:
Durch freie Wahl und freien Willen
Können wir immer wieder aufbrechen-
Auf neue Pfade.

Das Leben möchte nur etwas zurück von dem Sinn,
Den es uns
Mit auf den Weg gegeben hat.

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Scheinhardt bei Amazon

“In dir”


[Bild via brettsteffey.com]

Um auf dich selber zuzugehen,
Brauchst du keinen Spiegel.
Bleib einfach stehen,
Und warte auf dich.
Aber lass die Erwartungen an ihrem Ort
In der Truhe der Forderungen,
Die die wahre Büchse der Pandora ist.

Dir selber Gutes tun heißt:
Das Schlechte weglassen.
Das ist keine Frage von Richtig oder Falsch.
Es geht darum, was deinem Leben dient
Und deiner Lebendigkeit.

Bleib stehen.
Komm an.
Wo kannst du sein in diesem Moment?
Jetzt.
Nur an einem Ort
Können deine Möglichkeiten
Zu deiner Wirklichkeit werden.
Hier.
In dir.

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Scheinhardt bei Amazon

“Nach Denken”


[Bild via terijohnson.com]

Sie kommen und gehen.
Wie bei einer Prozession von Kettengliedern
Haftet der Eine. Am Anderen.
Ob das auch der Nächste ist?
Ich wage es: Zu zweifeln.
Sie sind sprunghaft und täuschen damit
Manchmal Beweglichkeit vor.

Sie kommen als Bilder.
Sie verklingen als Töne.
Worte?
Wenn wir unsere Gedanken darin kleiden,
Verkleiden wir sie dann nicht?
Alles Denken nur ein Maskenball?

Wenn Gedanken Etiketten sind,
Um Fühlung und Gefühlen
Einen Ordnungssinn zu geben,
Was bleibt dann von der Substanz,
Nachdem wir das Kleid der Worte
Über die nackte Wahrheit geworfen haben?

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Scheinhardt bei Amazon

“Erinnern Sechsundneunzig”

Erinnern ohne Wiederholen 96

Manchmal habe ich sie noch im Ohr. Die Stimme voll gutmütigem Spott, der durchaus erzieherisch wirksam sein kann. Lange, bevor Kind weiß, was Spott ist. Bedeutung vermittelt sich eben auch durch Verpackung.
Wenn ich als kleiner Draufgänger wieder einmal zu laut schrie: “Das ist aber meins!”,
forderte Vater mich auf, die Augen zu schließen. Immer wieder fiel ich darauf herein, kniff die Lider zu und war voller Erwartung.
“Was du jetzt siehst”, sagte er nach einer kleinen Pause, “das ist deins.”
Entrüstet riss ich die Augen auf und protestierte: “Neiiin!”

Vielleicht war es wirklich so, damals noch, dass ich so ziemlich unbelastet eben “nichts” sah mit geschlossenen Augen. Und diese Perspektive, dass alles, was ich besaß, dieses „Nichts“ sein sollte, erschreckte und schockierte mich wohl.
Schockiert sie den Menschen nicht ein Leben lang?
Damals gab es bestimmt noch nicht diese Gehirnüberladung wie heute, wie sie später einsetzte, irgendwann, schleichend, bis es so voll wurde zwischen den Ohren, dass es da alles gibt, nur nicht- Nichts!
Was aber besitzen wir von der Fülle im Kopf, die viel eher eine Überfüllung ist? Kein Gedanke lässt sich halten, im Laufe der Zeit wird das Vergessen schneller, als unsere Merkfähigkeit jemals war. Es sollte uns nicht erschüttern, dass das „Nichts“ sich wieder ausbreitet, nur irgendwie auf eine andere Weise.
Eigentlich, so heißt es, geht es genau darum. Das sagen nicht nur die Beschreibungen der spirituellen Pfade der Sufis, denen sich diese Reihe widmet.
Loslassen, bis es nichts mehr loszulassen gibt. Denn was bleibt letzten Endes? Und ist das, was letzten Endes bleibt, nicht auch das, worauf jeder Schritt zusteuert, ob bewusst gesetzt oder gedankenlos?
Vom Tropfen bleibt das Meer, in dem er untergeht, vom Schall die Stille, in der er verklingt. Von jedem Meter die Endlosigkeit, in die er führt.
Alles, was messbar ist, endet irgendwo. Wie könnte Ewigkeit sich da aus Sekunden zusammensetzen? Letzten Endes. Nachdem daraus Minuten, Stunden, Jahre geworden sind.
Ist Zeit, die Tatsache, dass wir sie messen wollen, nicht unser Versuch, die Endlosigkeit an einem Zipfel zu fassen zu bekommen?
Einem Zipfel, den es nicht gibt. Halt finden in der Haltlosigkeit, Ankommen im Nichts, den Schauer der Befürchtung, der über den Rücken rieselt, zu einem kleinen Teil umwandeln ist das Prickeln von aufregendem Genuss.

Auf dem EKG können wir es sehen: Was bleibt, wenn dem Herzen keine Kraft mehr bleibt, ist die Nulllinie. Die Schwingungen, die wir Schläge nennen, verebben. Und der Nachhall?

Manchmal schließe ich die Augen und sehne mich zurück. Zu diesen Momenten, in denen das Nichts ganz natürlich möglich war: Hinter den fest geschlossenen Lidern eines Kindes.
Aus dem Nichts kommt Alles. Und geht wieder zurück. Aber irgendwie anders, verändert. Sonst könnte das Nichts sich dieses Spiel schließlich sparen. Das hat nichts mit Glauben zu tun. Sondern mit Logik.

Wenn du den Bleibenden entdeckt hast, der im Nichts verborgen ist, atme durch!

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Scheinhardt bloggt
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