Das nächste – gänzlich digital. Zunächst. So die Ankündigung, und so wird es fürs Erste umgesetzt werden. In den nächsten Tagen.
Hier seht ihr das Cover zur neuen Kurzgeschichte.
(Spricht man bei einem rein digitalen Buch auch vom “Cover”?)
Vier Jahre Knast sind eine lange Zeit. Genug Stunden, die man mit dem Schicksal hadern kann. Das Schicksal hat immer nur mit uns zu tun, wenn wir mit ihm zu tun haben.
Also kann man auch was Sinnvolles tun.
Toni weiß, dass er ohne seine selbst getroffene Entscheidung nicht in der JVA hocken müsste. Die Pläne waren natürlich andere, nie wieder sollte es danach nötig sein, ein Ding zu drehen.
Die Frage, ob so etwas überhaupt jemals notwendig ist, stellt die Geschichte nicht, versucht auch nicht, eine Antwort darauf zu geben. Sie erzählt nur. Wie es kam, dass Toni in den Knast kam aufgrund einer Haftnotiz. Ironie des Schicksals, das mit Worten spielt? Auch das gilt: Schicksal ist immer nur so ironisch, wie wir es zulassen und verstehen.
Aber was passierte, weil er den gelben Zettel an der Kühlschranktür nicht gelesen hat? Bevor er sich mit den Kumpels zum Bruch traf.
“…Zwischen seinen Zähnen krachte das Müsli, wie der Schutt des eingerissenen Gebäudes gegenüber in der Mahlmaschine, die die größten Stücken zerbrach und transportfertig machte. Eine Weile sah er dem Treiben der Zerstörung zu, das eine Lücke in die Häuserzeile riss, als würde ein Zahn ausgeschlagen in einem ansonsten festen Gebiss.
Gegen Mittag war er soweit, schnappte die Sporttasche, schwang sich aufs Fahrrad und fuhr zum Training. Und zur letzten Lagebesprechung vor dem Einsatz. Es konnte nichts schiefgehen, nie war ein Ding todsicherer gewesen als das, was sein Kumpel Benno und dessen Bruder ausbaldowert hatten. Und Toni trug das geringste Risiko. Er musste nicht einmal mit in den Laden, musste keine Waffe anfassen, keinen Menschen bedrohen. Der sicherste Job bei dem Coup war seiner, er fuhr den Wagen. Und es würde sich in einem Maß lohnen, dass es danach kein weiteres Mal zu geben brauchte.
Und dann erwachte er, nicht nur aus Tagträumen, die zerplatzt waren wie in der Sonne aufgeheizte Schaumblasen, sondern aus einem Koma, das ihn fast nicht mehr losgelassen hätte…”
Hinterher ist man immer schlauer.
Vielleicht wird er sich nicht nur im Knast die Frage stellen, wie anders alles hätte kommen können, sondern ein Leben lang.
Im Knast hat es ihm keine Ruhe gelassen, ob Karen ihm verzeihen wird. Vielleicht, wenn er ihre zweite Haftnotiz, die sie ihm ins Buch geklebt hat, mit einem Ja! beantworten kann?
Die komplette Geschichte: Demnächst als Amazon-Kindle-Edition.
Hier ein früherer Blogbeitrag mit Hörprobe.