Ich will an dieser Stelle ausnahmsweise mal nicht philosophieren. Es soll mir nicht darum gehen, dass wir am Ende eines Ganges immer den nächsten betreten. Und mit dem ersten Schritt in einen neuen, den und die alten hinter uns lassen. So ist es nun einmal. So einfach. Zwischen den Gängen, auf zwei unserer Wege zur gleichen Zeit, können wir uns nur bewegen, soweit unsere Fingerspitzen reichen, wenn wir die Arme breiten.
Man könnte auch lange darüber fabulieren, ob Sonntags die eine Woche endet oder die andere beginnt. Doch auch das ist nicht: Das Thema.
Wie man das sieht, bleibt heutzutage letztlich Ansichtssache. Dass samstags das Wochenende gefeiert wurde, der Sabbat, ist lange her und gehört wohl in der modernen Zeit zu der Praxis entsprechender Religionen.
Hierzulande gilt der Sonntag als das Finale. Bevor der nächste Startschuss fällt. Bei mir ist er gestern gefallen. Der Schuss. Startschuss. Und das, obwohl Sonntag war. Oder gerade deswegen?
Ich habe mein erstes eBook im Amazon Kindle-Shop veröffentlicht, die bereits angekündigte Geschichte “Haftnotizen“.
Eine Haftnotiz, die morgens am Kühlschrank klebt, verändert Tonis Leben.
Weil er sie nicht zur Kenntnis genommen hat.
Der Unfall später am Tag, ist zwar nicht der Grund, hat aber damit zu tun, dass er im Knast landet.
Besser wäre gewesen, er hätte rechtzeitig gelernt zu lesen. Was ihm das Leben zu erzählen hat. Ja, auch das.
Eine zweite Haftnotiz, als Widmung auf der Innenseite eines Buchs, das die Frau seines Lebens ihm mitgibt in den Vollzug, könnte wiederum alles verändern. Wenn er sich danach richtet.
Aber will Karen noch etwas von ihm wissen, wenn er aus dem Gefängnis entlassen wird? Vier Jahre sind eine lange Zeit, nach der er bei ihr vor der Wohnungstür steht. Und niemand öffnet.
Alles, was Toni hat, ist eine Haftnotiz. Ein drittes, gelbes Quadrat, das er an den Briefkastenschlitz heftet. Als drei Etagen tiefer die Haustür aufgeht… (Artikelbeschreibung auf Amazon)
Liegt es an der sofortigen Verfügbarkeit, dass eine halbe Stunde nach Einstellen in den Shop die ersten Verkäufe getätigt wurden? Und das nicht unbedingt auf den Kindle selber, sondern auf alternative Technik mit der entsprechenden Software. Die gibt es für die i-Produkte aus dem Haus mit dem Apfel und die Androiden. Gerade habe ich auch einen Reader für Windows entdeckt, bereitgestellt von Amazon selber. Dem Lesegenuss steht also auch auf dem PC nichts mehr im Wege.
Mit der Veröffentlichung in dieser Form habe ich natürlich einen neuen Gang betreten. Aber welchen habe ich verlassen? Auf keinen Fall den, in dem es Bücher in “alter” Form gibt! Papier, Leinen, Leder, gut gestaltete Einbände – Wer will darauf schon verzichten, wenn er Bücher mag?
An anderer Stelle habe ich es bereits gesagt: Die Denkweise der Ausschließlichkeit ist mir zu eng, dieses Entweder – Oder, in das sich geflüchtet wird, um sich irgendwo zugehörig zu fühlen. Ich muss nicht das Eine ablehnen, um zum Anderen zu gehören. Ich mag sowohl-als-auch!
Es wird weitergehen in Papier und in Digital!
Der Gang, der hinter mir liegt, ist also der ohne digitale Veröffentlichung im Kindle-Shop. So ist das. So einfach.
Spannend war, wie auch bei den bisher in Papier verlegten Büchern, der Entstehungsprozess.
Was daran neu war und erstaunlich, einfach und kompliziert, ganz klar oder unverständlich, habe ich mir mal “von der Seele geredet”. Für alle, die es hören mögen.
Das ist keine Anleitung zum Erstellen von eBooks für den Kindle-Shop, um Himmels Willen! Es ist nur ein Spot darauf, wie das bei mir lief. Gestern. Am Sonntag. Der das Ende ist. Und der Anfang.
Hier der Audioteil dieses Beitrages:
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[Foto am Artikelanfang aus dem flickr-stream von Paolo Dallorso]