Home › Category Archives › Literatur

Gerade Gestern …

Heart
Gerade gestern war es,
Und ist heute schon ein Jahr her.
Wir sind Daunen
Im Flügelschlag der Zeit.
Durch unsere Adern rauschen
Die Tage im Sekundentakt.
Du kannst nicht immer wach sein,
Aber wachsam.

Wer in der Nacht
Sich zu den Sternen träumt
Durch wolkenschweren Himmel,
Den überrascht eines Tages die Morgensonne,
Die nicht untergeht.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Fremd. Bestimmt.

Kompa070
Auf!
Geschreckt in manche Tage,
Obwohl die Nächte zäh fließen.
Wie Tinte.
Die langsam vertrocknet.
In Fässchen,
Aus denen keine Federn mehr gefüllt werden.

Wir schreiben keine eigenen Geschichten mehr.
Es genügt uns nicht nur,
Geschrieben zu werden.
Fremdgelebt, fremdverwaltet.
Fremd.
Bestimmt!
Wir verlangen danach,
Wie die Kugel verlangt
Weiter zu rollen
Wenn sie sich auf den Weg gemacht hat
Zum Abgrund …

Wahrheit+Wirklichkeit= …

kompass069
Enthülle das Geheimnis der Wahrheit
Und dir bleibt
Nur ein Stück Wirklichkeit.
Oder: Illusion?
So, wie das aus dem Zusammenhang gelöste Glied
Keine Kette mehr ist.
Ein Ring symbolisiert das Machbare,
Doch er deutet nur an,
Was möglich wäre.
In das Nichts einer Öse
Schlingt sich das nächste.
Nichts.
Zur Verbindung der Teile
Und dem, was sie ausmacht,
Kommt die Summe, die sie bilden.
Und die sich zu dem Paar addiert,
Ohne sie beziffern zu können.

Wenn Wahrheit zu Wirklichkeit wird,
Ist das auch mehr,
Als eines von beiden.
Und mehr,
Als Beide zusammen.

Paradox ist …

Paradox ist ...
Ein Stückweit fort,
Um wieder Nähe zu fühlen.
Ein wenig konfus,
Um sich klar zu werden.
Ein wenig Salz,
Um die Süsse des Lebens zu schmecken.
Die Augen geschlossen,
Um zu sehen.
Immer wieder schweigen,
Um mehr zu sagen.

Paradox ist nur,
Was nicht paradox ist.

Durch-Atmen

Den Absprung schaffen -
Eine Frage von Koordinaten
Und Koordination.
Was nutzt der rechte Ort
Zur rechten Zeit,
Wenn du weder eine Karte,
Noch die Uhr lesen kannst?
Es kommt darauf an.
Wie immer im Leben.
Dass du vorbereitet bist:
Mal braucht es Jahre,
Dann wieder ist alle Zeit,
Die du hast
Ein Atemzug.
Atme und dann kommst du.
Durch!

Die Nächste. Fata Morgana

Kompass067
Das Ende.
Nichts geht. Zurück auf Anfang.
Hinter dem Horizont
Wartet die nächste Fata Morgana.
Jahreszeiten drängen auf unsere Wege.
Nichts greift so konsequent nach den Knochen
Wie der feuchte Herbst.
Das Rascheln im Laub
Erzählt alte Geschichten.
Wir staunen nur noch,
Weil wir zu schnell vergessen.
Immer wieder.
Wo wir uns in Sicherheit wiegen,
Gibst es nichts weniger als das.

Kommt der Winter,
Sind wir schon so lange fort von der Sonne,
Dass wir die Kälte nicht spüren.
Bewegungslosigkeit scheint
Der natürliche Zustand zu sein.
Statt Ruhe.
Den Augenblick sehen,
Bevor wir blinzeln und ihn
Mit dem Lid erschlagen.
Einfach gesagt, doch wir
Halten uns fest an dem,
Wovon wir glauben,
Dass wir es wissen.

Aller Tage. Abend?

Aller Tage. Abend?
Jeder Abend
Ist aller Tage Abend.
Oder:
Was wissen wir denn schon
Von Morgen?
Uns bleibt das Ungewisse.
Entscheidest du dich?
Für Angst oder Neugier.

Kannst du einschlafen mit der Gewissheit,
Den vergangenen Tag gelebt zu haben,
Um seiner selbst willen,
Bleibt dir zum Einschlafen ein Lächeln.

Egal
Wie du erwachen wirst.
Oder
Ob du weiterschläfst?

Satzzeichen der Zeit

Satzzeichen der Zeit
Jede Sekunde ist
Ein Satzzeichen in der Geschichte deines Lebens.
Setzt du ein Ausrufezeichen?
Machst du mal – einen Punkt?
Es liegt an dir
Von Augenblick zu Augenblick.
Während Minuten sich zu Worten formen,
Die nur du vermitteln kannst,
Werden Stunden zu Seiten des Seins
Und Tage zu Kapiteln
In einer endlichen Reihe.

Du kannst erZÄHLEN,
Ob du gesehen hast:
Jeder Augenblick ist eine Primzahl.
Nur teilbar durch dich.
Und mit denen,
Die du gewählt hast.

Endlich. Wie wir sind.

Kompass 065
Es ist
Als würde der Maiduft
Den Blumen ewige Blüte versprechen.

Es ist
Als könnten die Früchte einen endlosen Sommer lang reifen.

Es ist
Als würde der Herbst die Ernte verschonen.
Für alle Zeit.

Es ist
Als würde unter der Decke, gewebt aus Schnee,
Die Erde ruhen dürfen in endlosem Schlaf.

Es ist
Als wäre Wirklichkeit nur immer:
Jetzt!

Es ist
Als hätten wir jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit
Nicht anzukommen.

Es ist
Als könnte die nächste Frage die Antwort bringen,
Die alle anderen enthält.

Es ist
Aber immer nur so, wie wir uns entscheiden.
Zu sein.

Wort-Brücke-Ufer

Wort-Brücke-Ufer
Wortbrücke
Am Rand des Verstehens.
Wir entscheiden
Den Fluss des Lebens zu überqueren.
Oder nicht?
An den Füssen klebt Sand
Von allen Ufern,
Die wir jemals verlassen haben.
Körner wie Sekunden.
Die Vergangenheit schleift
Mit winzigen Mahlsteinen an der Substanz.
Nichts bleibt.
Im Kommen liegt das Gehen,
Im Neuen das Vergängliche.
Wir entscheiden zwischen Brücken.
Aber zwischen Ufern?
Da bleibt nur die Wahl:
Ein Ja zum nächsten Schritt
Und alles andere
Hinter sich lassen.