… ins Fugunt. In der gemütlichen Gastlichkeit [Café - Bar - Pension] wurde zum dritten Mal geslamt.
Moderator Lars Ruppel ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass es ein Abend werden würde, der nicht einfach Spaß macht. Die Anfangsstimmung hielt bis zum Ende durch: Immer wieder mussten wir uns die Tränen aus den Augenwinkeln wischen und der nächste Morgen erzählte mit seinem Bauchmuskelkater eine weitere Geschichte unzähliger abgefeuerter Lachsalven.
Es war richtig gut!
Kein Wunder bei der internationalen Besetzung.
Slam aus der Schweiz und aus Deutschland wurden geboten, neben dem Heiteren auch Besinnliches, wobei immer noch am besten vom Publikum aufgenommen wird, wenn es heiter-besinnlich ist oder umgekehrt.
Verdient gewonnen hat den Wettstreit der Worte eine zierliche, blonde Frau aus der Schweiz, die zum einen Empfehlungen zum Leben gab, was man neben dem “Genormten” tun könnte. Also, wie wäre es mit “… Handyweitwurfwettbewerben, dem Verkauf von Knutschflecken für mindestens 5€ das Stück, der Bewerbung bei einer Schweizer Bank als Arschloch, falls die denen mal ausgehen oder auch der Rechnungslegung ans Finanzamt für den Aufwand, der beim Erstellen der von denen eingeforderten Steuererklärung entstanden ist …”
In der Finalrunde ging es ihr um eine Organisation zur Sterbehilfe in der Schweiz. Schwarzer Humor vom Feinsten, hervorragend vorgetragen!
Und nein, das Programm war nicht zu sehr auf die Eidgenossen abgestimmt. Der zweite Finalist erheiterte mit Radiozappen, einer der Künstler erkannte Gott als den ersten Fussballer und jederzeit Finalen Schiedsrichter überhaupt. Es gab Begegnungen mit der Zukunft, die Erklärung, wie man mit gebreiteten Armen und gehobenem Kinn auch im Laufen fliegen kann und das Bekenntnis, das das eigene Herz durchaus eine Hure sein kann, während eine Slamerin beim kreativen Scrabble mit ihrem Freund versuchte eine Pistazie zu ertränken.
Die nächste Slam-Runde im Fugunt gibt es im Oktober. Ein Format, das Format hat, wie ich feststellen musste, denn bisher war ich damit eher vage vertraut. Nach diesem Abend? Es war nicht das letzte Mal, das ich ein Slam Besucht habe. Und es könnte bald das erste Mal sein, dass ich bei so einem Schlagabtausch der Wörtlichkeiten und Unwörtlichkeiten mitmischen möchte. Direkt am Mikrofon …


