Im Gedankenfilz gewühlt
Irgendwann hört das Wachsen auf. Die Zeit der Reife folgt. Das Äußere hat seine Form erhalten, einem geheimnisvollen Entwurf folgend, an dessen Grenzen wir stoßen. Einen weitaus größeren Entwurf gilt es auszufüllen, um dort an Größe zu gewinnen, wo es nicht sichtbar ist.
Wie kann der innere Entwurf nur um so vieles größer sein, als die äußere Hülle ihn umgibt?
Wo wir ein Geheimnis nicht gelöst haben, glauben wir, an Grenzen zu stoßen.
Wer glaubt, alles erklären zu können, ist meistens nur am Deuten. Keinen Deut schert sich die Wahrheit darum. Sie wird nicht mehr, wenn wir sie bejahen, verschwindet nicht, wenn wir an ihr zweifeln.
Mehrung und Minderung finden im Innern statt. Der große Haufen ist ebenso relativ, wie die Lücke. Ebenso die Frage nach dem Mut, den wir zu ihr brauchen: Eingestehen, dass etwas nicht ist. Egal, ob generell nicht, oder einfach nur nicht so, wie wir es gerne hätten.
Wir halten “niedere Triebe” für höhere Funktionen des Materials. Wir halten uns zum Narren. Konstruktionen sind ausgeführte Ideen, nicht umgekehrt.
Um zu sagen, dass es nichts zu sagen gibt, braucht man nur zu schweigen.
Wenn man Träume wirklich werden lassen will, darf man nicht aufhören zu träumen.
Wenn wir in Beziehungen nicht miteinander reagieren, haben wir keine. Interaktionen verändern alle Ausgangsgrößen.
Auge in Auge mit dem Bildschirm. Zwinkert mir der Cursor zu?
Selbst das Schreiben dieser Zeilen für mich allein, ist keine Nicht-Veränderung. Woher hätte ich vor fünf Minuten wissen können, was da in mir vorgeht? Woher wollen wir wissen, wie wir aussehen, bevor wir in den Spiegel geschaut haben?
Und- Wenn wir wissen, was im Augenblick war, lässt das nur vage Vermutungen zu darüber, was hätte sein können. Was noch sein wird.
Wir wühlen weiter im Gedankenfilz. Auf der Suche nach Gefühlen.