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Faszination Wort – Rumi (reloaded)

Der (Wort)Zauberer aus dem Morgenland. Zwei Gedichte.

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“Zeilenreicher”

Frei~Sprüche werden gefolgt von Dichtungsmasse.

Ich hätte wirklich gern, scheitere aber wieder einmal an der Technik, an einem Detail, dass ich nicht gut genug verstehe, um es zu ersetzen, zu umgehen, unwirksam zu machen.
Gern hätte ich eine Vorschau auf mein neues Buch eingebunden hier im Blog, so wie sie auch auf der Verlagsseite zu sehen ist. Damit ihr durch ein paar Seiten blättern könnt. Welchen der angebotenen Codes ich aber auch integriere, mit welchem Browser ich es auch versuche, der Output entspricht nicht nur nicht so ganz den Erwartungen- Er ist einfach nicht vorhanden.
Verblüffenderweise funktioniert es auf meinem posterous-blog.
Nun, dann hier wenigstens ein Foto und etwas vom Text über das, was ich “Dem Schweigen abgelauscht” habe.

“150+1 Dichtungen enthält der Lyrikband, die sich als Faden verstehen im Webmuster des Lebens:
Vom Anfang bis zum Ende führt er, von Geburtstag und Geburt bis zum Vergänglichen und der Trauer letzten Endes. Dazwischen wird nichts ausgelassen, weder das für den Menschen immer noch am meisten verwirrende Gefühl, die Liebe in vielen Facetten, noch die Angst, sie zu verlieren oder gar nicht erst zu finden und die Verzweiflung, wenn man auf der Suche, die das Leben ist, an einem Punkt anlangt, an dem man meint, man kann nicht mehr weiter.
Scheinhardt polarisiert nicht künstlich: Wenn man … weiterlesen »

Bestellen könnt ihr die Dichtungsmasse als Buch bei epubli oder bei amazon.
Für alle eBook-Fans gibt es hier den Link zum Download.

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“Die letzte Tür ist…”

…das erste Tor.

Zwei Dutzend Tagestüren. Nicht ganz, der zweite Kreis schließt sich erst mit der heutigen.
Zwölf mal Rückschau zur Rückschau, die Frage mit dem Blick über die Schulter: Was ist gewesen, was davon könnte also bleiben – war wesentlich?
Danach die Türen, die im Rückblick nach der Vorschau fragten: Welches Gewesene weist über sich selbst hinaus, lässt einen Ausblick zu? Auf den Weg, der vor uns liegt.
Ausblicke sind immer Vermutungen. Die Wirklichkeit holt uns im selben Moment ein, in dem wir sie erreichen.
Auch zum Abschluss dieser 24er-Reihe noch einmal: Schnittstelle zwischen Rückblick und Vorrausschau, zwischen Gestern und Morgen, ist immer das Jetzt. Es ist immer die Schwelle, die das Eine mit dem Anderen verbindet. Auf der Schwelle stehen oder straucheln wir, tanzen dort oder ruhen uns aus.
In was auch immer wir hinein geraten (sind), wir gehen hindurch.
Erinnerungen sind Wegmarken. Der Ausblick auf die Zukunft ist immer nur die Interpretation einer Landkarte, die sich erst zeichnen lässt, wenn wir das Gelände kennen. Und damit hinter uns lassen.
Den Flur entlang mag es hinter und vor uns Türen gegeben haben und geben. Wichtig sind sie nur in dem Maß, in dem sie bestimmend sind für die Bestimmung.
Wer glaubt schon daran? Entscheidend dafür ist das voraus wartende Motiv. Die Welt dreht sich. Schaut man den Flur zur nächsten Tür lange genug hinunter, taucht immer wieder das Licht auf.

Allen, die bereit sind, sie so zu erleben, wünsche ich friedliche Weihnachten!

Und Bescherung?
Man kann immer nur geschenkt bekommen, was man bereit ist, zu empfangen.

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“Im Gegenstrom”

Wo werden wir sein, wenn der Zyklus sich dem Ende nähert?

Was glauben wir erreicht zu haben, sind wir immer noch auf Kurs? Woran erkennen wir, dass wir unserer Natur gemäß handeln? Am Gefühl? Wie wenig hören wir darauf!
Die Dinge um uns herum scheinen zu sein, was sie sind. Wir sprechen ihnen das Wissen um diese Tatsache ab, denn das einzige Wesen, das wir des Wissens für fähig halten, ist der Mensch.
Was wissen wir darüber, was das Nichtmenschliche weiß oder nicht weiß? Was wissen wir vom Wissen eines anderen Menschen? Was von uns selbst?
Natur und das Verhalten in ihr-

“Nur mal Lachs betrachtet”

Das Wasser glitzert wie eine Silberschnur, die die Wiese sich angelegt hat. Aufgeregtes Leuchten in sattem Smaragdgrün. Je näher man kommt, desto dichter füllt das Rauschen die Luft aus, dringt ein in die Gedanken, die sich im feinen Nebel der aufsteigenden Tröpfchen aufzulösen scheinen. Vielleicht werden sie auch erlöst. Oder ich von ihnen.
Blinzeln gegen die Sonne, die Hand über den Augen. Senkt man den Blick zurück aus dem Licht auf die Welt, erscheint sie viel farbiger. Ein Tanzen bunter Kreise. Noch tiefer unten rauscht der Bach vor den Füssen, das Wasser so klar, dass es schmerzt. Ich kann die Kälte sehen, die in den eiligen Wellen über die Steine springt. Und ich sehe sie dort auch stehen. Die Forellen, die bewegungslos über einer Stelle im Kies verharren, unberührt vom Tanz der Sonnenstrahlen um sie herum.
Stumm und bewegungslos stehen sie da.
Aber was für eine Kraft muss es kosten, dem Anschwemmen von der Quelle her so fest zu begegnen…

[Bitte Überschrift anklicken zum Weiterlesen!]

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“Laut gedacht”

Im Gedankenfilz gewühlt
Irgendwann hört das Wachsen auf. Die Zeit der Reife folgt. Das Äußere hat seine Form erhalten, einem geheimnisvollen Entwurf folgend, an dessen Grenzen wir stoßen. Einen weitaus größeren Entwurf gilt es auszufüllen, um dort an Größe zu gewinnen, wo es nicht sichtbar ist.
Wie kann der innere Entwurf nur um so vieles größer sein, als die äußere Hülle ihn umgibt?
Wo wir ein Geheimnis nicht gelöst haben, glauben wir, an Grenzen zu stoßen.
Wer glaubt, alles erklären zu können, ist meistens nur am Deuten. Keinen Deut schert sich die Wahrheit darum. Sie wird nicht mehr, wenn wir sie bejahen, verschwindet nicht, wenn wir an ihr zweifeln.
Mehrung und Minderung finden im Innern statt. Der große Haufen ist ebenso relativ, wie die Lücke. Ebenso die Frage nach dem Mut, den wir zu ihr brauchen: Eingestehen, dass etwas nicht ist. Egal, ob generell nicht, oder einfach nur nicht so, wie wir es gerne hätten.
Wir halten “niedere Triebe” für höhere Funktionen des Materials. Wir halten uns zum Narren. Konstruktionen sind ausgeführte Ideen, nicht umgekehrt.
Um zu sagen, dass es nichts zu sagen gibt, braucht man nur zu schweigen.
Wenn man Träume wirklich werden lassen will, darf man nicht aufhören zu träumen.
Wenn wir in Beziehungen nicht miteinander reagieren, haben wir keine. Interaktionen verändern alle Ausgangsgrößen.

Auge in Auge mit dem Bildschirm. Zwinkert mir der Cursor zu?
Selbst das Schreiben dieser Zeilen für mich allein, ist keine Nicht-Veränderung. Woher hätte ich vor fünf Minuten wissen können, was da in mir vorgeht? Woher wollen wir wissen, wie wir aussehen, bevor wir in den Spiegel geschaut haben?
Und- Wenn wir wissen, was im Augenblick war, lässt das nur vage Vermutungen zu darüber, was hätte sein können. Was noch sein wird.

Wir wühlen weiter im Gedankenfilz. Auf der Suche nach Gefühlen.

“Erinnerungsknoten”

Ich knote Erinnerungen in Schnüre,
Und vergesse,
Auf welchem Weg ich sie gespannt habe.
Doch wenn ich in die Irre gehe,
Folge ich dem Kind in mir,
Das das Spielen nicht verlernt hat.
Weil ihm keiner Regeln aufzwang.
Gehe ich zu weit,
Schlingen sich die Schnüre wie Fesseln
Um den Fuß auf falschem Pfad.
Es lebt eine Erinnerung
Vor allem Wissen, das ich lernte.
Die möchte ich finden,
Und ihre Knoten lösen.

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“Gedankenthrombus”

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Gedankenthrombus.
Klebt sich fest im Verstand.
Dahinfließen und Stau
Kämpfen um das Gleichgewicht.
Das nur Illusion ist.
Die Waagschalen müssen pendeln
Um den Nullpunkt.
Hört das Fragen auf,
Bleiben auch die Antworten aus.

Der Thrombus geht auf Wanderschaft.
Wenn es eng wird,
Richten sich die Blicke auf die Falle,
Statt die Lücke, durch die wir
Uns selbst entkommen könnten.
In der selbstbeschworenen Embolie,
Bricht der Kreislauf zusammen.
Nein, wir machen uns keine Sorgen.
Wenn der natürliche Zyklus gestört ist,
Können wir immer noch an den Fortschritt glauben.

“Herz in der Hand”

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Flut der Sinnesreize.
Vor das Begreifen hat
Der Verstand Dämme gebaut.
Wir schützen uns vor dem Verlust
Dessen, was wir nie besitzen können,
Ebenso wie dessen, was wir nicht brauchen.
Mauern wirken zweifach.
Ein schöner Anstrich bringt kein Licht.
Freisein heißt nicht,
Sich abwenden und loslösen.
Sondern, sich immer wieder einlassen.
Bewusst und- Das Herz in der Hand.

“Ölpest des Zweifels”

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Die Flügel wiederentdeckt,
Die nie verloren waren:
Nur mit selbstgestutztem Gefieder
Sich dem Fliegen verweigert.

Die Ölpest des Zweifels
Hindert und verhindert uns.
Kein Fliegen-
Nicht der Gedanken, nicht des Herzens.
Nicht der Träume, nicht der Möglichkeit.

Der Sturz bringt die Gewissheit
Des Fallwinds, der ins Gesicht bläst.
Das Breiten der Flügel beweist,
Dass der Wind dich trägt.
Oder du-
Dich nicht tragen lässt.

“Angebrochen halbe Wege”

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Wo versteckt sich das Gewesensein,
Wenn jeder wieder ging?
Pfade angebrochen, halbe Wege.
Der letzte Schritt nur Möglichkeit,
Die wir vor uns her schieben,
Wie sie uns erwartet an jedem Ort.
Zu jeder Zeit.
Würde Erinnern in den Köpfen sein-
Wir könnten sie zusammenstecken
Und aus Gedanken Häuser bauen.
Was uns bleibt, ist die Erwartung,
Und das Davontragen krummer Buckel
Vom Schleppen der Landkarten der Orte,
Die wir nie gesehen haben.