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“Hinter offenen Türen…”

… warten die Bedingungen, die mit dieser Einladung verknüpft sind. Oft geht es aufwärts. Aber das ist Tun, nicht einfach sein.


Gelassen oder enttäuscht sein können wir nur, wenn wir etwas erwartet haben. Das sich dann erfüllt, oder eben nicht.
Im April nimmt der Widder das Jahr auf die Hörner. Was tief im Verborgenen mit den Fischen endete, kommt ans Licht, will erneuert werden.
Es ist die einzige Erwartung, die Sinn macht: Alles wird insgesamt immer wieder neu. In einem Zusammenhang, in dem das und der Einzelne altert.

Das Frühjahr weiß im April mit seinen Möglichkeiten, die es ausschöpft:

Alles. Kann.

Möglichkeiten.
Ein Gewebe unendlicher Vielfalt.
Fäden, die zueinander führen

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“Roulette hinter verschlossener Tür”

Schließt sich eine Tür, öffnet sich ein Tor. Bis wir über den Berg sind. Dann ändert sich das Verhältnis, verschieben sich die Verhältnismäßigkeiten. Die Durchgänge vor uns werden immer enger, als die, die wir passiert haben.

Es war Geburtstag im dritten Monat des Jahres. Wie jedes Jahr. Tür auf, tritt ein, tritt aus, Tür zu.
Die großen Spiele laufen immer hinter den verschlossenen Türen.

Lebensroulette

Der Einsatz ist immer zu hoch.
Nichts geht mehr,
Während die Kugel noch läuft.
Ich komme nicht zur Ruhe…

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“Türen trennen und verbinden”

Kein Geschehen sagt seine eigene Wiederholung voraus. Weder das erste, noch das zweite oder das xte Mal. Was damit einher kommt, ist Wunsch, Hoffnung, Glaube, Befürchtung.
Es gibt eine innewohnende Gewissheit, deren Namen wir nicht kennen (können). Was wir benennen können, ist greifbar. Aber eben auch flüchtig. Die Substanz des Lebens ist kein sich verflüchtigender Äther. Eher eine sich am Grund wiederfindende Substanz.
Darum hier: Der zweite Streich hinter der Tür des Rückblicks. Februar 2010.

Die Brücke zur Heimat

In jedem Tropfen
Schimmert ein Regenbogen:
Deine Brücke…

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“Tür an Tür”


Hinter jedem neu zu öffnenden Türchen finden sich immer Vergangenheit und Zukunft. Nur mit der Erfahrung des Gepäcks im Rucksack, lässt sich erkennen, was da auf uns zukommt. Wie sich das vor uns Liegende entfaltet, erklärt oft, was die Verwicklungen hinter uns für eine Bedeutung haben.
Vierundzwanzig Türchen, zwei Mal das zum Abschied bereite Jahr resümieren: Rückschau und Vorausblick.
Alles hat eine Bedeutung. Allein unsere Sichtweise stimmt dem zu, oder lehnt es ab.
Das erste Türchen: Januar 2010.

Zwei-0-Eins-0

Die Schuhe geschnürt
Mit der Endlosschleife des Weges

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Erstmalig auch auf die Ohren!
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“Essenz der Schnelligkeit XVII”

Es geschieht in Echtzeit. Eines der neuen Schlagworte. Realtime, man könnte in Deutsch also auch sagen, Real-Zeit. Dabei ist Zeit immer nur so real, wie unser Empfinden. Natürlich vergeht sie nach unseren Maßstäben auch ohne unser Dazutun, es ist ihr egal, ob wir es eilig haben oder Langeweile. Doch gerade, wer mit diesen beiden Erfahrungen schon zu tun hatte, wer die beiden Pole kennt, zwischen denen das hungrige, lebenfressende Monster Zeit nach uns jagt, wird ein Gefühl dafür haben, was das Bild beinhaltet.
In Echtzeit erleben heiß, schneller verdrängen zu müssen. Die Erinnerung prägt ihre Spuren so schnell und flüchtig, dass bleibende Eindrücke selten sind. Sie werden ausgefüllt von dem Neuen, das immer schneller kommt.
Eine Gelegenheit zum Innehalten ist das Zurücklehnen und schauen, was gerade war. Vielleicht nur kurz, vielleicht nicht weit. Aber wenn wir so ganz ohne inneres Gepäck reisen, stehen wir immer wieder nur mit leeren Händen da.

Einen weiteren kleinen Rückblick auf das Echt-Zeit-Medium Twitter gibt es hier.

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“Was immer es auch ist”

Essenz der Schnelligkeit XVI
Bereits über ein Jahr auf Twitter, “Geburtstag” war Anfang Oktober. Die Anzahl der Tweets, der 140 Zeichen langen Äußerungen in der Timeline des Microblogging-Dienstes, hat die 17.000 überschritten.
Was es ist, das da von sich gegeben wird, darüber gibt es wohl so viele Ansichten, wie es Kombinationsmöglichkeiten gibt von Buchstaben und Wörtern.
Schund, Chat, Sozialphobie, Sozialphilie, Zurschaustellung, Verstecken, Schabernack, Misanthropie, Philanthropie, Aufgebauschtes, Totgeschwiegenes, Microliteratur- Jeder möge sich etwas aussuchen.
Ganz klar haben sich zwei größere Gruppen “Meinungen” herausgeschält. Die einen lieben es, oder halten, wie in vielen anderen Beziehungen auch, ihre Sucht für Liebe. Die anderen hassen es, können damit nichts anfangen, wissen sich nicht zu helfen. Sehr oft, ohne es zu kennen.
Meist ist es doch den Fakten egal, wie Mensch über sie denkt. Und Twitter ist längst Fakt geworden, längst Realität. Für die einen mehr. Für die anderen weniger.

Folgen wir hier der Spur zum März 2010 mit der Twitteressenz XVI.

“Pralinés im Morgenregen”

Er hat etwas von allem, dieser November. Mal ein milder Fön, der durch die Haare streift und den Geruch nach Herbst davon trägt. Durch die Häuserschluchten hinaus vor die Stadt. Das von Grün über Gelb und Rot zu Braun verpappte Laub trocknet, bevor es modern kann. Manchmal in diesen Tagen.
Dann wieder kommt er stürmisch, plustert sich auf, bläst uns um. Wenn wir nicht aufpassen.
Er war auch schon so kalt, dass sich kleine Eisschichten über den Blick zu legen schienen. Bis man merkte, dass die ein oder andere Frontscheibe erst frei zu kratzen war.
Etwas vom April bringt er mit in diesem Jahr, das, was wir einmal als April kannten. Das, worauf die Monate Wert zu legen scheinen mit und bei ihrem Erscheinen, verschiebt sich ebenso, wie alles andere auf der Welt im Wandel ist.
Manchmal fühlt man sich wie ein Marienkäfer auf einer frisch umgebrochenen Scholle.
Im Leben macht es die Mischung. Ebenso wie bei den Pralinen. Solange wir die noch haben und genießen können, spielt es keine Rolle, um es stürmt oder schneit. Oder der Samstagmorgen verregnet ist:

*Nur was getrennt ist, kann verbunden werden. Einheit ist Verbundensein.

*Wenn du das Alles des Augenblicks nicht genießt, verschlingt dich das Nichts der Ewigkeit.

*Nur Lebensverweigerer tragen keine Nar(r)ben.

*Wahre Rücksicht nimmt man ohne Spiegel.

*Erst wenn man aufhört, das Leben in Frage zu stellen, erhält man keine Antworten mehr.

*Da jeder etwas anderes für Ehrlichkeit hält, ist es schwer, keine Lügen zu finden.

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Scheinhardt auf Posterous und bei Tumblr.

“Mal wieder: Grundrauschen”

Irgendwas bleibt. Beim Twittern, beim Posten der Zeichen in die Timeline, beim Lesen der Tweets derer, denen man folgt. Mit dem Begriff aus der Tontechnik lässt es sich manchmal am besten vergleichen. Irgendwas rauscht da, sind wir überhaupt online? Nein, nicht die Technik ist gemeint, wir sehen schließlich, dass die Anzeigen blinken und das Display lebt. Aber wir selber, sind wir on?
Längst funktionieren wir auch in einem Standby-Modus, in dem nicht alle Komponenten der Hard- und Software einen Leistungsausschlag oberhalb der Nulllinie haben.
Es twittert sich so vor sich hin.
Wofür es der Eine und/oder die Andere auch nutzen mag, zum Chatten, zum Links posten, Selbstdarstellung, Lexikon, Aufmerksammachen- All diese Komponenten sind Bestandteile, die im Schmelztiegel Social Network verschmolzen, geglüht, destilliert werden.
Ob das, was bleibt, wirklich Essenz ist, das Wesentliche, wer kann das beurteilen?
Erinnert man sich noch, was man vor einem Monat, einer Woche, was man gestern getwittert hat? Was man gelesen hat?
Tweets sind flüchtig. Was bleibt, ist das Grundrauschen.

Heute aus dem März dieses Jahres: Twitteressenz XV.

Die vorhergehenden “Episoden” (twitter-)essentieller Beiträge findet ihr als Unterpunkte dieser Seite.

“Faszination Wort – Shakespeare”

Den Artikel zu ihm wollte ich schon lange schreiben. Er ist in aller Munde, seit Jahrhunderten, immer wieder, und, wer weiß, vielleicht auch immer mehr. Die bunt funkelnden Splitter aus dem Kalaidoskop seiner Werke sind so verwurzelt im Sprachgebrauch, dass sie wie Volksweisheiten erscheinen, oder wie in der Natur angelegtes Erkennen und Wiedererkennen von Denken und Fühlen der Menschen. Geflügelte Worte sind es allemal, beflügelnde dazu.
Ein Hörbuch erinnerte mich an mein Vorhaben: “Plötzlich Shakespeare“, das eine amüsante, fiktionale Geschichte über den alten Meister berichtet, wundervoll erzählt von David Safier. Was es so lebendig macht, sind die Stimmen, die den beiden Protagonisten verliehen wurden. Es sprechen Anneke Kim Sarnau und Christoph Maria Herbst.

Ein paar Shakespeare-Zitate, die wohl jedem geläufig sind:

*Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen.

*Jedes Ding wird mit mehr Genuß erjagt als genossen.

*An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu.

*Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, daß er ein Narr ist.

*Humor ist eines der besten Kleidungsstücke, die man in Gesellschaft tragen kann.

*Was ihr nicht tut mit Lust, gedeiht euch nicht.

Und das sicherlich am meisten berühmte, gerühmte, zitierte:
*Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage.

Doch nicht diese Bruchstücken, diese eingängigen, sich selbst empfehlenden Pralinen der Denk- und Sprachkunst, die sich gerade in allen seinen fantastischen Bühnenwerken finden, waren es, die mich zu diesem Artikel bewegten. Es war eine Dichtung anderer Art, eine, auf die ich durch das oben erwähnte Buch aufmerksam geworden bin. Shakespeares Sonette, wundervolle Dichtkunst, mit Worten gemalte Bilder, mit Wortbildern erschaffenes Nachsinnen und Fühlen.
Das bekannteste, Sonett XVIII, das auch ein Dreh- und Angelpunkt ist in dem Roman von D. Safier, sowie zwei weitere, habe ich hier im Anschluss eingesprochen.
Diese Wortkompositionen zu lesen, ist für mich immer wieder wie Perlentauchen oder das Naschen aus einer sich nie leerenden Konfektschachtel.
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“Pralinen zwischen bunten Blättern”

* Hunger, Durst, Sehnsucht. Alles wollen wir stillen. Trauen uns meist jedoch nicht, laut zu sagen, was wir wollen.

* Wer sich einmischen will, braucht die Bereitschaft zur Selbstveränderung.

* Man braucht die Spiegelung mit anderen, um die eigene Bewegung festzustellen. Um ruhig zu werden, braucht man nur sich selbst.

* Herbstwind reißt nur die Blätter von den Bäumen, die müde geworden sind. Um dem Abschied Farbe zu geben.

* Hinter dem Horizont wartet immer die nächste Jahreszeit. Es liegt an dir, ob sie lauert oder lächelt.

* Ich warte nicht auf das kommende Frühjahr. Ich habe das letzte noch dabei.