Den Artikel zu ihm wollte ich schon lange schreiben. Er ist in aller Munde, seit Jahrhunderten, immer wieder, und, wer weiß, vielleicht auch immer mehr. Die bunt funkelnden Splitter aus dem Kalaidoskop seiner Werke sind so verwurzelt im Sprachgebrauch, dass sie wie Volksweisheiten erscheinen, oder wie in der Natur angelegtes Erkennen und Wiedererkennen von Denken und Fühlen der Menschen. Geflügelte Worte sind es allemal, beflügelnde dazu.
Ein Hörbuch erinnerte mich an mein Vorhaben: “Plötzlich Shakespeare“, das eine amüsante, fiktionale Geschichte über den alten Meister berichtet, wundervoll erzählt von David Safier. Was es so lebendig macht, sind die Stimmen, die den beiden Protagonisten verliehen wurden. Es sprechen Anneke Kim Sarnau und Christoph Maria Herbst.
Ein paar Shakespeare-Zitate, die wohl jedem geläufig sind:
*Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen.
*Jedes Ding wird mit mehr Genuß erjagt als genossen.
*An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu.
*Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, daß er ein Narr ist.
*Humor ist eines der besten Kleidungsstücke, die man in Gesellschaft tragen kann.
*Was ihr nicht tut mit Lust, gedeiht euch nicht.
Und das sicherlich am meisten berühmte, gerühmte, zitierte:
*Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage.
Doch nicht diese Bruchstücken, diese eingängigen, sich selbst empfehlenden Pralinen der Denk- und Sprachkunst, die sich gerade in allen seinen fantastischen Bühnenwerken finden, waren es, die mich zu diesem Artikel bewegten. Es war eine Dichtung anderer Art, eine, auf die ich durch das oben erwähnte Buch aufmerksam geworden bin. Shakespeares Sonette, wundervolle Dichtkunst, mit Worten gemalte Bilder, mit Wortbildern erschaffenes Nachsinnen und Fühlen.
Das bekannteste, Sonett XVIII, das auch ein Dreh- und Angelpunkt ist in dem Roman von D. Safier, sowie zwei weitere, habe ich hier im Anschluss eingesprochen.
Diese Wortkompositionen zu lesen, ist für mich immer wieder wie Perlentauchen oder das Naschen aus einer sich nie leerenden Konfektschachtel.
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