Eigentlich: Feuerwassertaufe. Aber hört selber, wie ich mich ins Elend gestürzt habe, weil Feiern wohl – so sind…
Fabulieren – Sich in der Fabel verlieren.
Die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit ist nicht einmal so dünn, wie sie fließend ist. Dass wir sie überquert haben, merken wir oft erst danach. Und doch bleibt auf jeder Seite immer die Frage:
Was ist denn nun was?
Träume ich oder wache ich und kann ich im Traum wissen, dass ich träume und im Wachsein wahrnehmen, dass ich nicht schlafe?
Ich weiß nicht. Ist nicht alles eine Frage der Perspektive?
Auf der anderen Seite der Brücke liegt das Ufer im Nebel. Verbirgt sich darin die Fiktion, die ich erkennen kann, wenn ich mich weit genug herauslehne aus dem Vehikel des Fakts? Finde ich den Fakt durch Fiktion durch Fakten durch Fantasie?
Eine Spinne webt ein Netz in der Wirklichkeit des Fensterkreuzes, dann verbindet ein Kunstwerk das Licht von draußen mit der Dunkelheit im Innern. Und trennt sie. Es kommt auf den Punkt an, auf dem wir stehen, was wir als welches erkennen.
Spinnen haben Netze, haben gelernt, dass es die Verknüpfungen sind, die Überleben garantieren.
Menschen folgen ihren einzelnen Fäden. Wo sie sich verknoten, fürchten sie Verstrickungen, ohne die sie nicht auskommen. Verstrickungsspiel, das menschliche Drama.
Wenn ein altes Netz reißt, spinnt die Spinne neu. Nicht nur ihre Beute verfängt sich darin, auch sie. Im Zentrum all ihrer Netze ruht immer die Kunst selber.
Fabulieren ist auch spinnen: Netze und anderes Versponnenes. Ohne zu Spinnen gibt es auch für Menschen kein Netz. Wir müssen uns gegenseitig fangen. Und gefangen nehmen. Lassen.
Bewegen sich unsere Netze, bewegen auch wir uns, und von unserem Bewegtsein läuft ein Zittern durch die Fäden im Sonnenlicht.
Die Menschen glauben, Wirklichkeit ist das, worin die meisten übereinstimmen. Schließt man sich Sichtweisen an, um dazuzugehören, lässt man sich anektieren.
Lass dir nicht erzählen, deine Wirklichkeit wäre, nur weil sie kein anderer außer dir erkennen kann, nicht fabelhaft!
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Da niemand Alleinerbe ist, hat auch keiner Alleinstellungsmerkmal. Doch jedem gehört sein Erbe und der Platz, an dem jeder steht, ist einzigartig.
Das Leben ist nicht zu verstehen, nur zu begreifen. Den Unterschied macht, ob ich Gedanken darüber wälze, die sich notgedrungen im Kreis drehen, oder ob ich mich auf meine Erfahrung verlasse. Theorie vs. Haptik, Verstand mit seinen Konstrukten gegen die erfahrbare Wirklichkeit.
Manch einer könnte jetzt sagen, das hört sich doch auch nicht anders an, als dieser Spruch, ich glaube nur, was ich sehe.
Nein! Denn: Sehen ist Interpretation. Ohne einen entsprechenden Hintergrund an Vergleichsmöglichkeiten, glaube ich auch nicht, was ich sehe. Glaube das vielleicht noch viel weniger, als alles andere. Getreu mir selber und meinem Motto, das nicht sein kann, was nicht sein darf.
Und: Nein! Wie leicht werden Glaube und Wissen verwechselt. Das meiste Wissen baut auf einer Grundannahme auf, die wir für wahr halten. Was ist das anderes, als Glauben?
Was ich weiß, mit dem Verstand erfasst habe, brauche ich nicht zu glauben. Was macht es für einen Sinn, daran zu glauben, dass die Erde eine Kugel ist, die Sonne im Zentrum unseres Planetensystems leuchtet, oder dass Licht gleichzeitig Welle ist und Partikel. Inzwischen wissen wir um diese Dinge als Fakten.
Worum also geht es?
Der Streit entflammt nicht um das Erbe, sondern um den Erblasser. Wenn es den nämlich nicht gibt, brauche ich auch kein Erbe, wie immer das auch aussehen mag, annehmen. Brauche mir auch kein schlechtes Gewissen machen, wenn ich Erbe ausschlage.
Was ist Atheismus, dieses Bekennen zur Nichtexistenz einer Höheren Intelligenz? Zunächst mal ist es auch: Bekenntnis. Keine mathematische Gleichung, deren Lösung nicht nur logisch erscheint, sondern eindeutig ist.
Der Versuch, es zu benennen, ohne eine Wertung:
Atheismus ist die tiefe Überzeugung, also der Glaube daran, dass die Nichtexistenz einer Höheren Ordnungskraft als bewiesen gilt, oder aber bewiesen werden kann.
Letztlich ist, in meiner Welt, jeder dazu eingeladen, zu glauben, was er will. Und dementsprechend zu handeln. In der Ordnung des Universums, also in Ordnung, ist das immer dann, wenn das Leben dabei die Würdigung erfährt, die ihm zusteht. Diese Forderung ist: Bedingungslos!
Die Wahrheit wird nicht geschmälert, wenn wir nicht daran glauben. Sie ist. Zu beurteilen, WAS sie ist, hängt auch ab von der Ebene, auf der wir uns ihr nähern.
Das Erbe mag etwas sein, wovon wir nichts wissen auf der Ebene des Denkens. Aber vielleicht gibt es einen Weg, sich daran zu erinnern.
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Als die Tweets geschahen, mit denen ich heute erinnern möchte. An die Essenz des Lebens. An die Vergänglichkeit.
Manche entstanden unter dieser besonders inspirierenden Sonne auf Mallorca.
Was ich damit meine, dass das Leben eine so flüchtige Essenz ist? Ganz einfach, schon wieder ist es nahezu ein Jahr her.
Vielleicht hat sich nicht der Takt der Zeit geändert, sondern wie wir darauf reagieren.
Wie auch immer, schaut, was es damals gegeben hat beim Gezwitscherten im “schnellsten Medium unserer Zeit”!

Ein wenig in der Vergangenheit kramen zum Wochenende. Keine Angst, nichts mit schwerer Kost. Nur ein paar Splitter. Wie Schokoraspeln. Ein paar Tweets, sinnvolle und -lose Sätze und Halbsätze aus dem schnellsten Medium dieser Zeit.
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*Die Mathematik des Lebens ist Fehlerrechnung. Das Problem ist nicht das Streben nach der idealen Gleichung, auch nicht der Glaube daran, sie finden zu können. Das Problem ist, mit den Fehlrechnungen zurechtzukommen.
*Es kann vorkommen, dass unsere besten Bekannten in unserer Lebensrechnung die größten Unbekannten sind.
*Die Rechnung mit Menschen geht am ehesten auf, wenn man akzeptiert, dass sie nicht aufgeht.
*Auf simpelste Weise kompliziert oder kompliziert einfach? Menschen sind. Alles dazwischen.
*Es gibt immer nur ein Zwischendenpolen. Ganz im Norden und ganz im Süden zeigt der Kompass nach überall. Und nirgends.
*Menschen handeln nicht rational im Sinne des Denkens, sondern rationell im Interesse des psychischen Überlebens.
*Wahrscheinlich steigt für den Amateur mit jedem Versuch die Aussicht auf Erfolg. Für den Könner wird es dagegen mit jedem Versuch wahrscheinlicher, einen Fehlversuch zu landen.
*Menschen sind keine rationalen Zahlen, sondern Brüche, und damit Näherungswerte. Was über dem Strich steht, ist nur Aufzählung. Erst wenn sie sich dem Verhältnis zum Nennbaren, zum Reich der Möglichkeiten stellt, wird aus Vermutung eine Aussage. Mit jeder neu errechneten Kommastelle wächst die Erkenntnis. Oder du rundest einfach weiterhin ab oder auf.
Der Weg ist auch Vor- und Rückschau. Und damit Stolperstein. Hinter einem Horizont versinken die Erinnerungen im Halbschlaf, hinter dem anderen träumen die Möglichkeiten. Wir tanzen unsere Tage auf des Messers Schneide zwischen verschiedenen Wachzuständen. Nur die Tiefe des Schlafs macht den Unterschied.
Doch das Jetzt ist immer auch Ausblick des Gewesenen, kein Kettenglied schwebt als Ring allein im Nichts. Heute ist die Erinnerung von Morgen. Die Verkettung ist keine Schnur, sondern ein Teppich. Wir stellen ihn uns ausgebreitet vor, doch das ist er immer nur ein Stück. Aufgerollt wie in einem Antiken Pergament stecken wir mitten zwischen den Zeilen. Unsere auf die Reise geschickten Träume durchdringen die Dimensionen der Zeit schneller, als wir unseren Körper bewegen können.
Der Geist wird uns nicht folgen, wenn wir ihn nicht vorausschicken.
Auch “Am Wegesrand” gibt es ein Davor und Danach, ein Verwobensein, in das man sich einhüllen kann.
Zwischen diesen Zeilen geht es weiter mit dem Alten am Wegesrand V.
Im Gedankenfilz gewühlt
Irgendwann hört das Wachsen auf. Die Zeit der Reife folgt. Das Äußere hat seine Form erhalten, einem geheimnisvollen Entwurf folgend, an dessen Grenzen wir stoßen. Einen weitaus größeren Entwurf gilt es auszufüllen, um dort an Größe zu gewinnen, wo es nicht sichtbar ist.
Wie kann der innere Entwurf nur um so vieles größer sein, als die äußere Hülle ihn umgibt?
Wo wir ein Geheimnis nicht gelöst haben, glauben wir, an Grenzen zu stoßen.
Wer glaubt, alles erklären zu können, ist meistens nur am Deuten. Keinen Deut schert sich die Wahrheit darum. Sie wird nicht mehr, wenn wir sie bejahen, verschwindet nicht, wenn wir an ihr zweifeln.
Mehrung und Minderung finden im Innern statt. Der große Haufen ist ebenso relativ, wie die Lücke. Ebenso die Frage nach dem Mut, den wir zu ihr brauchen: Eingestehen, dass etwas nicht ist. Egal, ob generell nicht, oder einfach nur nicht so, wie wir es gerne hätten.
Wir halten “niedere Triebe” für höhere Funktionen des Materials. Wir halten uns zum Narren. Konstruktionen sind ausgeführte Ideen, nicht umgekehrt.
Um zu sagen, dass es nichts zu sagen gibt, braucht man nur zu schweigen.
Wenn man Träume wirklich werden lassen will, darf man nicht aufhören zu träumen.
Wenn wir in Beziehungen nicht miteinander reagieren, haben wir keine. Interaktionen verändern alle Ausgangsgrößen.
Auge in Auge mit dem Bildschirm. Zwinkert mir der Cursor zu?
Selbst das Schreiben dieser Zeilen für mich allein, ist keine Nicht-Veränderung. Woher hätte ich vor fünf Minuten wissen können, was da in mir vorgeht? Woher wollen wir wissen, wie wir aussehen, bevor wir in den Spiegel geschaut haben?
Und- Wenn wir wissen, was im Augenblick war, lässt das nur vage Vermutungen zu darüber, was hätte sein können. Was noch sein wird.
Wir wühlen weiter im Gedankenfilz. Auf der Suche nach Gefühlen.
Irgendwas bleibt. Beim Twittern, beim Posten der Zeichen in die Timeline, beim Lesen der Tweets derer, denen man folgt. Mit dem Begriff aus der Tontechnik lässt es sich manchmal am besten vergleichen. Irgendwas rauscht da, sind wir überhaupt online? Nein, nicht die Technik ist gemeint, wir sehen schließlich, dass die Anzeigen blinken und das Display lebt. Aber wir selber, sind wir on?
Längst funktionieren wir auch in einem Standby-Modus, in dem nicht alle Komponenten der Hard- und Software einen Leistungsausschlag oberhalb der Nulllinie haben.
Es twittert sich so vor sich hin.
Wofür es der Eine und/oder die Andere auch nutzen mag, zum Chatten, zum Links posten, Selbstdarstellung, Lexikon, Aufmerksammachen- All diese Komponenten sind Bestandteile, die im Schmelztiegel Social Network verschmolzen, geglüht, destilliert werden.
Ob das, was bleibt, wirklich Essenz ist, das Wesentliche, wer kann das beurteilen?
Erinnert man sich noch, was man vor einem Monat, einer Woche, was man gestern getwittert hat? Was man gelesen hat?
Tweets sind flüchtig. Was bleibt, ist das Grundrauschen.
Heute aus dem März dieses Jahres: Twitteressenz XV.
Die vorhergehenden “Episoden” (twitter-)essentieller Beiträge findet ihr als Unterpunkte dieser Seite.