Mit „Fang das Licht!“ stellt Christian Scheinhardt sein drittes Buch innerhalb eines Vierteljahres vor. Dabei sieht er sich selber auf keinen Fall als Workaholic. Die Folgerichtigkeit der Veröffentlichungen, von der ganz kurzen Form der Aphorismen, über seine Lyrik hin zu den Prosastücken, macht deutlich, dass es eine andere Motivation gibt. Eine andere Sehnsucht. Die eines Wordaholics.
Zu dieser Wortschöpfung erzählt Scheinhardt in einem seiner Stücke die Geschichte von der Sehnsucht der Sinne. Und das ist es, was ihn antreibt: Der tiefgehende Wunsch, sich auszudrücken. Nicht nur zu benennen, sondern zu zeigen. Mit-Erleben lassen.
Von sich selber sagt der Autor im Hinblick auf das Buch, er sieht sich in erster Linie als Reisebegleiter. Jede Geschichte ist eine Reise, sei sie auch noch so kurz. Die Geschichte. Was sie auslöst, wie weit sie bewegt, kann weit über das hinausgehen, was ihre äußere Form anzudeuten vermag. Damit wird klar, dass ein kleines Gedicht, ein noch kürzerer Aphorismus, selbst ein einzelnes Wort, eine weite Reise auslösen kann. Es geht Scheinhardt um inneren Aufbruch.
Im Inneren können wir überall sein, wohin wir in der realen Welt vielleicht nie gelangen. Im Gegensatz dazu werden wir uns nirgends in der Welt „da draußen“ finden können, wenn wir nicht auch innerlich folgen.
Scheinhardt bietet an, ihn zu begleiten auf seinen 21 Wegstücken selbstwärts. Wer sich darauf einlässt, stellt fest, dass man nicht einfach Geschichten folgt, sondern mit ihnen gemeinsam unterwegs ist. Ein Stück. Oder mehrere.
Auf jeden Fall: Wegstücke.
Und die führen, so Scheinhardt, immer selbstwärts. Er sagt:
„In uns gibt es immer ein Wort, das Antwort ist.
Hör zu!“
Softcover | Taschenbuch | 156 Seiten s/w | ISBN: 978-3-8442-0684-5
Deutsch | Altersempfehlung: ab 16 Jahren | Erscheinungsdatum: 11.07.2011