Das Alter scheint uns zu erwarten. Könnten wir denn irgendwohin gehen, was nicht ist? Wenn die Orte, die wir passieren, nicht vorhanden sind, wie könnten sie uns dann geschehen? Oder entstehen sie erst, wenn wir sie wahrnehmen, realisieren sie sich in dem Moment, in dem wir sie realisieren? Und in dem Maß, in dem wir sie realisieren?
Ist Nachdenken über das Leben Philosophie? Also die Liebe zur Weisheit?
Ich glaube, das Leben ist Weisheit. Und die Liebe zur Weisheit, das ist Leben.
Was uns also erwartet, ist die Altersweisheit. Als Potenzial. Daneben lieg die Saat für Demenz im Boden unserer Existenz, ebenso wie die für Ignoranz und Altersstarrsinn. Ob Apfelbaum, verwehender Löwenzahn oder hartblättrige Diesteln daraus werden, hängt davon ab, was wir von dem Saatgut in unserem inneren Boden nähren und wie wir das tun.
Begenungen sind unausweichlich. Aus der Vogelperspektive erklärt sich der Zufall zur Zwangsläufigkeit, zumindest aber zur logischen Konsequenz. Begegnungen kommen auf uns zu. Immer mal, immer wieder.
Ich habe den Alten getroffen. Am einzigen Ort, an dem Treffen möglich sind. Am Wegesrand. Ob Wegesränder Gräben sind, die trennen, oder Brücken, die verbinden- Uns ist die Fähigkeit zur Wahl gegeben.
Ich habe mich dem Alten zu Füßen gesetzt und ihm gelauscht. Dann habe ich zugehört. Die Zeit, in deren Falten das Älterwerden wartet, wird zeigen, ob ich verstanden habe.