Ich zögerte kurz. Das Gejohle drang durch die angelehnte Wohnungstür bis ins Treppenhaus. Mächtige Stimmung bei Wankers für einen verschlafenen Sonntagmorgen.
Der Weg durch die Stadt hierher war ein Bad in der Stille des erwachenden Lichts gewesen, die einzigen Bewohner dieser Welt schienen ein paar Vögel zu sein. Und ein, zwei Autos.
Kurz rieb ich noch einmal Daumen und Zeigefinger aneinander und roch daran. Nachdem Miriam von dem kleinen Attentat irgendwelcher Witzbolde auf das Klingelbrett am massiven Hoftor erzählt hatte, hatte ich den Knopf zwar eingehend inspiziert, bevor ich darauf drückte. Aber man konnte ja nie wissen. Irgendwer hatte ein paar Tage zuvor die Klingelanlage mit einem Klebstoff eingestrichen, der erst abzubinden schien, wenn er Kontakt bekam mit einem Gegenstück zu seinem Trägerelement. Es schien alles gut gegangen zu sein und ich klopfte an den dunklen Holzrahmen.
“Es ist offen!”
Da standen sie alle Fünf im Kreis und starrten auf Miriams Hand, die sie ein Stück von sich weg hielt. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich ihr Handy. Irgendetwas auf dem Display amüsierte sie alle ungemein, bis auf Theo, der nur etwas verschämt vor sich hin grinste. Aber er war schon immer der eher stillere Vertreter gewesen.
Volker riss sich als erster los und sah zu mir herüber. “Hast du gutes Wetter mitgebracht?”
Ich wies zur offenen Küchentür. Ein breiter Streifen Licht fiel wie ein Teppich vom Balkonfenster her auf die Fliesen. “Draußen ist es schon fast wie Sommer”, sagte ich.
“Dann los!” Er klatschte in die Hände. “Anziehen und fertig machen, wir wollten los, sobald wir abgeholt werden.”
…
Die komplette Geschichte wird im Prosaband “Fang das Licht!” enthalten sein, der in Kürze erscheint.