Beim letzten Mal war es Spargel gewesen. Doch dessen Zeit war vorbei, und die Felder mit den lang gezogen, angehäuften Reihen längst abgepflügt. Der Sommer brütete über der Stadt, was sich entlang der Straßen und über Plätze schob, war ein einziges Schweißtreiben.
Es konnte demnach nur um eines gehen, als das Telefon klingelte und ich auf dem Display Nummer und Namen erkannte. Ich drückte auf den grünen Knopf und fragte:
„Deine Geschmacksnerven haben wohl Sehnsucht?“
„Hör bloß auf“, gestand Anna ohne Zögern, „nachdem ich gestern Stiege über Stiege auf einem Wagen gesehen habe, der zum Markt fuhr, halte ich es kaum noch aus!“
Die Verabredung war schnell getroffen, eine Stunde später kamen wir bereits mit vollen Beuteln vom Markt, flüchteten uns in die zumindest gefühlt etwas kühlere Wohnung und packten aus. Gelbgriffige, neue Kartoffeln, frische Lauchzwiebeln mit leicht süßlichem Duft, die quietschten, wenn man sie aneinander rieb, kräftig grüne Petersilie mit ihrem eigenen, würzigen Aroma, sowie ein paar Tomaten, Gurke, Paprika, Feldsalat. Die Hauptakteure schüttete Anna gleich in die Spüle: Eine Kollektion liebevoll ausgesuchter Pfifferlinge, am Stand von ihr sozusagen handverlesen.
…
Die komplette Geschichte wird im Prosaband “Fang das Licht!” enthalten sein, der in Kürze erscheint.