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Noah unter Verdacht

Ob man ihn mag oder nicht, eines muss man diesem Regen lassen: Er hat Ausdauer. Das Rauschen der Tropfen begleitet uns in der sächsischen Metropole schon nicht mehr nur seit Stunden, sondern Tagen.
Aber was will ich mich beklagen? Ich sitze einer echten Lady gegenüber in einem altehrwürdigen englischen Doppelstockbus, natürlich knallrot glänzend unter den beständigen Duschen. Das Gefährt scheint sich mit dieser Wettererinnerung an seine alte Heimat wohl zu fühlen. Haben seine runden Scheinwerferaugen nicht still und zufrieden gelächelt, als wir nach unserem Marsch über den Busparkplatz von ihm begrüßt wurden?

„Ist es nicht paradox, wenn ein Karpfen in den Forellenteich hechtet?“
Mit der auf Twitter von mir geäußerten Wortspielerei begann, was in diesem Treffen gipfelt. Eine neue Followerin klinkte sich ein, wie auf Twitter jene heißen, die den Mut haben, den 140-Zeichen-Äußerungen anderer zu folgen. Sie nennt sich Lady, kommt aus Hamburg und verkündete mir offenherzig, dass mein Fisch-Tweet sie geködert hat und sie meine Bio neugierig machte, die paar Worte, die jeder der Tweople zur Selbstbeschreibung auf der Startseite seines Twitteraccounts eintragen kann. Ich schaute mir ihre Seite an, dachte okay, da kann man folgen, in diesen Kurznachrichten stecken Humor, Spitzfindigkeit und Wärme, ebenso wie Sprachbegeisterung, also etwas, das wir beide teilen.
Schnell stellte sich heraus, dass das noch mehr ist: Unter dem gleichen Sternzeichen geboren (umso passender der Fische-Tweet, der uns zusammenführte), Fans von Oscar Wilde, von Sprachperlen überhaupt, Rosenliebhaber und einiges mehr.

Die komplette Geschichte wird im Prosaband “Fang das Licht!” enthalten sein, der in Kürze erscheint.

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