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Tong Kam

Ich traf sie ein paar Tage nach meinem vierzigsten Geburtstag. Aus dem Wunsch nach dieser Begegnung hatte ich nie einen Hehl gemacht. Im Gegenteil, ich sprach ganz offen darüber und stieß damit von Zustimmung über Interesse bis hin zur entsetzten Ablehnung auf die gesamte Bandbreite aller möglichen menschlichen Reaktionen.
Wie mit all den Geheimnissen in unserem Leben, durch die unsere Wünsche sich erfüllen, habe ich nie gewusst, dass sie es sein würde, genau sie. Und doch war es so klar. Vom ersten Moment an, als ich ihr in ihre weisen, gütigen Augen schaute.
Unter den ausladenden Blättern der weit über uns aufragenden Bäume kam ich schnell zu der Überzeugung, dass relative Luftfeuchtigkeit durchaus mehr betragen konnte als 100%. So oft ich ihn auch wegwischte, stand ständig ein feuchter Film auf meiner Haut, das T-Shirt klebte und Luftholen war, als würde man einen unsichtbaren Nebel trinken. Außerhalb des tropischen Waldes hatte man das Gefühl, es wäre nicht ganz so schlimm. Aber da stach die Sonne so unbarmherzig, dass man nur in den Schatten flüchten konnte.
Wie viel ich von dem, was um mich her vorging, tatsächlich mitbekam in den ersten Minuten, lässt sich nur schwer sagen. Erst recht nach ein paar Jahren. Meine Schweißausbrüche konnten auch verstärkt daher rühren, dass ich mich an den dünnen Streben links und rechts von mir festklammerte und versuchte, gegen das Gefühl der Seekrankheit anzukämpfen. Knapp zweieinhalb Meter unter mir schwankte der Boden hin und her, die Bäume tanzten und die Fetzen Himmel, die ich zwischen den Blättern vereinzelt wahrnahm, schienen mal herabzustürzen, mal zu fliehen.
Schluckend bekämpfte ich den Speichelfluss und war froh, dass wir zeitig gefrühstückt hatten. Seit dem Morgen hatte ich nur einen Mangosaft zu mir genommen und etwas von dem Wasser einer frisch von einem dressierten Affen gepflückten Kokosnuss,

Die komplette Geschichte wird im Prosaband “Fang das Licht!” enthalten sein, der in Kürze erscheint.

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