Es ist, als würde Miriam ihr eigenes Kinderfoto ansehen. Die selbe Linie, die der Schalk ihr um den Augenwinkel gezeichnet hat, zieht sich auch durch das Profil ihres Sohnes.
Mit gespreizten Fingern fuhr sie Theo durch das weiche, blonde Haar. Er war so vertieft in die Lösung ihres neuen Fadenrätsels mit den drei Schlingen, dass er es sich ohne Murren gefallen ließ.
Miriam ließ den Jungen weiter knobeln und schloss die Augen. Er würde sich früh genug melden, wenn er ungeduldig wurde. Immer öfter schaffte er die Lösugen aber selber und war dann minutenlang stolz wie ein Spanier.
Die Luft war milde geworden, selbst unter den alten Bäumen. Das Haus lag fünfzehn Minuten Fußmarsch entfernt, nach dem Frühstück war sie mit ihren Jungs ohne festes Ziel losgegangen, eingetaucht in den Wald, der das Grundstück ihres Vaters umstand. An jeder Hand einen ihrer Sprößlinge, war ihr noch einmal bewusst geworden, wie sehr sie die beiden Strolche vermisst hatte in der letzten Woche. Der Genuss der Ruhe zu Hause war immer nur kurz. Nach kaum einem Tag wurde es ihr zu still. Miriam ertappte sich dabei, dass sie immer wieder auf der Türschwelle zum Zimmer der Jungs stand,
…
Die komplette Geschichte wird im Prosaband “Fang das Licht!” enthalten sein, der in Kürze erscheint.